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Düsseldorf
Energierechtsstag: "Augenmaß beim Ökostromausbau"

Düsseldorf. Düsseldorf entwickelt sich zu einem Zentrum der deutschen Energierechtler: Bereits zum 16. Mal kamen gestern Wissenschaftler, Manager und Politiker in der Landeshauptstadt zusammen, um die Entwicklungen der Branche zu diskutieren. Ökostrom-Reform, Atomausstieg, Strompreis kamen in der ehemaligen Turbinenhalle der Stadtwerke zur Sprache. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) mahnte, beim Klima- und Umweltschutz mit Augenmaß vorzugehen und die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen und Arbeitsplätze nicht zu vergessen.

Zuletzt hatte NRW die von der Bundesregierung geplante Klimaabgabe auf Braunkohle-Kraftwerke abgeräumt, um einen Strukturbruch in den RWE-Tagebauen und Kraftwerken im rheinischen Revier zu verhindern. Matthias Hartung, Chef des RWE-Kraftwerkssparte Generation, betonte, auch RWE nähme Klimaschutz ernst und werde bis Mitte der 2030er Jahre die Kohlendioxid-Emissionen um die Hälfte reduzieren. Ein großes Thema war auch die geplante Ökostrom-Reform.

Das große Problem ist, dass der Netzausbau nicht mit dem Zuwachs an erneuerbare Energien Schritt hält und daher nicht genug Autobahnen für den Windstrom von der Küste in die süddeutschen Zentren zur Verfügung steht. Duin regte an, die Geschwindigkeit des Ökostromzuwachses mit dem Netzausbau zu synchronisieren. "Eine mögliche Einigung bei der Ökostrom-Reform zwischen Bund und Ländern sollte man als Startschuss nehmen, um die Flickschusterei im deutschen Energierecht zu beenden", sagte Peter Rosin, Partner bei der veranstaltenden Kanzlei White Case.

Zu den Gästen zählten Stadtwerke-Chef Udo Brockmeier, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Steag-Geschäftsführer Wolfgang Cieslik, die Professoren Ulrich Büdenbender und Charlotte Kreuter-Kirchhof.

(anh)
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