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Düsseldorf
Engpass bei Flüchtlings-Plätzen

Düsseldorf. Die Turnhalle in Unterrath soll nur belegt werden, bis die Messe-Halle frei ist.

Zehn Flüchtlinge sind gestern Morgen in die Turnhalle an der Kalkumer Straße in Unterrath eingezogen. Die Halle, die bereits im vergangenen Jahr kurzzeitig als Notunterkunft gesperrt wurde, soll nach Angaben der Stadt nur "für einen kurzen Zeitraum" für die Unterbringung von maximal 50 Personen genutzt werden. Man wartet darauf, die bislang vom Land genutzte Messe-Halle als kommunale Unterkunft übernehmen zu können.

Wie die Stadt mitteilt, werden Düsseldorf von der Bezirksregierung Düsseldorf in den kommenden beiden Wochen 150 statt die zunächst prognostizierten 125 Flüchtlinge zugewiesen. Dadurch gibt es einen Engpass. "Es sind keine weiteren Unterbringungsmöglichkeiten in Düsseldorf verfügbar", teilte die Stadt gestern mit.

Für Unmut sorgt, dass Stadtsportbund und Schulleitungen über die Belegung der Halle in Unterrath erst am Dienstag informiert worden waren. Rund 30 Fechter des SV Lohausen, die in der Halle trainieren, standen am Mittwoch überrascht vor verschlossenen Türen. Die Eltern eines fechtenden Jungen bekundeten in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel ihren Ärger. "Wir haben Verständnis für die schwierige Aufgabe der Stadt Düsseldorf, die Flüchtlinge unterzubringen, wir haben kein Verständnis dafür, dass jetzt ohne Vorankündigung Tatsachen geschaffen wurden", schreiben André und Susanne Drabsch.

Der Stadtsportbund hat inzwischen andere Trainingsmöglichkeiten für die Fechter organisiert. Sie können in der benachbarten Sporthalle an der Golzheimer Heide und mit Hilfe des Deutschen Fechtclubs in der Turnhalle an der Hansaallee trainieren. "Der Düsseldorfer Sport hat sich seit Anbeginn der angespannten Flüchtlingssituation in Düsseldorf offen und solidarisch gezeigt", lobt Sozial- und Sportdezernent Burkhard Hintzsche. Er räumt aber ein, dass die Information in diesem Fall zu spät kam. "Das ist in der Kommunikation nicht gut gelaufen."

Zum Jahresende 2015 - die jüngste veröffentlichte Zahl - waren insgesamt 5120 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften untergebracht. Die Zahl der untergebrachten Menschen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (2339 Personen) mehr als verdoppelt. Im Januar 2016 wurden 485 Flüchtlinge der Stadt neu zugewiesen.

(arl)
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