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Düsseldorf
Er wird mal ein Spürhund

Diese Welpen werden neue Polizeihunde in Düsseldorf
Diese Welpen werden neue Polizeihunde in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Milla, Meilo und Tanto sind die Jüngsten in der Polizei-Hundestaffel. Die belgischen Schäferhunde werden von ihren künftigen Partnern ausgebildet, bei denen sie mindestens bis zur Rente bleiben. Von Stefani Geilhausen

Tanto ist belgischer Schäferhund, und das nicht nur, weil die Rasse so heißt: Lessly Herden hat ihn vor einem knappen halben Jahr bei einem Züchter in Belgien gekauft. Er bildet ihn erst einmal zum Schutzhund aus, damit er in die Hundestaffel übernommen werden kann. Und er hat schon festgestellt: Der sieben Monate alte Rüde hat gute Anlagen zum Menschenspürhund.

Leider hat Tanto keine Chance, sein Talent beim Fototermin zu zeigen, zu dem die Polizei für gestern eingeladen hatte. Milla und Meilo stehlen ihm die Schau. Die Geschwister sind achteinhalb Wochen alt und zuckersüße Hundebabys, die es mit der Disziplin noch nicht so genau nehmen. Sie schlendern nach da, wenn Herrchen "hier" ruft, rennen im Kreis, und am liebsten beißen sie einander in die Ohren.

Spürhunde suchen entlaufene Haustiere FOTO: dpa, rwe fg tmk

Auch die jüngsten der Staffel sind belgische Schäferhunde. Sie kommen aus der landeseigenen Zucht in Stukenbrock, die Hunde werden dort gewissermaßen für den Polizeidienst geboren. Hans-Dieter Kaufmann und Michael Vollmer haben sich aus einem Wurf die Besten ausgesucht, Streit gab's nicht, weil der eine einen Rüden, der andere eine Hündin wollte. Milla ist der erste Malinois für Michael Vollmer. Sein aktiver Diensthund ist ein deutscher Schäferhund, zwei private Hunde hat er auch noch zuhause. Jetzt wollte er mal mit einem Malinois arbeiten, "das bildet auch einen selbst weiter", sagt er. Denn Malinois sind nicht nur flink und schlau, sondern auch ziemlich anspruchsvoll. Als Familienhunde sind sie deshalb nicht gerade ideale Kandidaten. Tanto hat daheim gerade das zweite Babymützchen zerfetzt und Lessly Herden damit ziemlichen Ärger eingebrockt.

Wenn Hans-Dieter Kaufmann in vier Jahren in Pension geht, ist er auch ganz froh, dass er Meilo dann einem Kollegen anvertrauen kann. Der ist dann noch zu jung fürs Karriere-Ende, und außerdem gehört er dem Land. Jayjay, sein aktueller Hund, ist dagegen schon acht Jahre alt und wird vermutlich vor Kaufmann außer Dienst gestellt. "Natürlich bleibt er dann bei mir", sagt der Hundeführer. Auch viele seiner Kollegen haben ihre Rentner zuhause. "Man gibt ja auch nicht seinen rechten Arm weg", sagt Michael Vollmer.

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21 Diensthundeführer und ebenso viele Hunde gehören zur Hundestaffel der Düsseldorfer Polizei, die am Stadtrand bei Meerbusch ihren Sitz hat. Wenn sie nicht gerade im Einsatz sind, wird dort auch viel geübt. "Die Ausbildung beginnt sehr spielerisch, erfordert aber viel Disziplin und Einsatz", sagt Vollmer, "die Hunde lernen ihr Leben lang."

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Ob Meilo mal wie Jayjay ein Sprengstoffspürhund wird, entscheiden weder sein Zweibeiner noch der Staffelchef. "Wir müssen sehen, wie er sich entwickelt und wozu er geeignet ist", sagt Kaufmann. Sprengstoff-Suchhunde müssen einen ausgeprägten Spieltrieb haben. Und als Welpen sind sie erst mal alle sehr verspielt. Zurzeit sind in der Hundestaffel fünf Sprengstoff- und vier Drogenspürhunde, vier der Schutzhunde sind zudem zur Personensuche ausgebildet. Und das könnte auch ein Job für Milla werden.

Quelle: RP
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