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Düsseldorf
Erfundener Überfall bringt 63-Jährige vor Gericht

Düsseldorf. Frau wollte sich an Ex-Freundin ihres Sohnes rächen.

Eine faustdicke Lügengeschichte hatte eine 63-jährige Frau zu Weihnachten 2015 den Polizisten in der Wache Wersten aufgetischt. Am zweiten Feiertag log sie den Beamten vor, die Ex-Freundin ihres Sohnes habe ihr mit drei bewaffneten Männern an ihrer Wohnung an der Itterstraße aufgelauert, mit Ermordung gedroht und fast 20.000 Euro erbeuten wollen. Erst viel später gestand sie, dass alles nur erfunden war. Sie habe die Partnerin ihres Sohnes dafür bestrafen wollen, dass sie die Beziehung gelöst, den Sohn verlassen habe. Für die Justiz ist der Fall damit noch lange nicht erledigt. Am Mittwoch (8.30 Uhr, Saal 1.113) muss die rachsüchtige Mutter vors Amtsgericht.

Unter dem Vorwurf der falschen Verdächtigung wird hier gegen die 63-Jährige verhandelt. Denn so präzise war ihre Lügengeschichte am zweiten Weihnachtstag ausgefallen, dass die Polizisten der Wache Wersten sofort ein Strafverfahren gegen die Ex-Freundin der älteren Dame eingeleitet haben. Die 63-Jährige gab immerhin an, sie sei am Tag vor Heiligabend von drei Männern und der langjährigen Partnerin ihres Sohnes plötzlich in ihrem Hausflur umstellt gewesen. Diese Truppe habe dann grundlos 19.000 Euro von ihr verlangt, habe sie gezwungen, die Wohnungstür zu öffnen, sonst würde die Tür eingetreten und ihre ganze Familie ausgelöscht. Drinnen in der Wohnung habe das Quartett zwei Reisepässe und Handys erbeutet und ein finsterer Mann mit einer Pistole im Hosenbund habe angekündigt, gleich nach Weihnachten mit anderen Helfern wieder zu kommen, um das Geld abzuholen - oder die Sippe der 63-Jährigen restlos auszulöschen.

Erst bei der dritten Vernehmung zu diesem Ablauf räumte die Frau dann doch ein, dass dieses Szenario komplett ausgedacht war - um die Freundin ihres Sohnes für deren Treulosigkeit zu bestrafen. Bis dahin ging die 63-Jährige noch davon aus, die junge Frau habe die Beziehung zu ihrem Sohn beendet. Doch auch das erwies sich später als falsch. Gesichert ist hier nur: Die Aussage und Anzeige der 63-Jährigen hatte grundlos zu Ermittlungen gegen die Ex-Partnerin des Sohnes geführt. Sicher ist auch, dass die besorgte Mutter dafür wegen falscher Anschuldigung jetzt auf die Anklagebank muss. Ob sich das damals zerstrittene Paar inzwischen wieder vertragen hat, ist derzeit nicht bekannt.

(wuk)
 
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