| 12.02 Uhr

Düsseldorf
Erinnerungen an Haus Luftballon

Düsseldorf: Erinnerungen an Haus Luftballon
Ballonstart auf der so genannten Ballonwiese am Volksgarten in Oberbilk. Julius Söhn machte die Aufnahme im Jahr 1912. FOTO: Stadtarchiv Düsseldorf
Düsseldorf. Verlässt man die U-Bahnstation Nordstraße, steht man vor einem eher unscheinbaren Haus. Doch über der Eingangstür steht der Schriftzug "Haus Luftballon". Warum heißt das Haus an der Fischerstraße 1 so? Die Geschichte reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Von Julia Rieger

Früher stand an dieser Ecke ein Gasthaus mit dem Namen "Am Luftballon". Der Name geht auf die Heißluftballon-Fahrten zurück, die in Düsseldorf ab 1785 durchgeführt wurden - eine der ersten davon im Düsseldorfer Hofgarten. Es wird vermutet, dass dieser Ballon in der Nähe des Gasthauses landete. Und da die Landung vermutlich genauso viel Aufmerksamkeit auf sich zog wie der Aufstieg, könnte der Besitzer des Gasthofes deswegen seinen Gasthof "Am Luftballon" genannt haben. Das schrieb Hubert Delvos in der Schrift "das Tor".

Nach einer anderen Theorie wurde das Restaurant umbenannt, nachdem ein "wagemutiger und geschäftstüchtiger Mann" von dem nahegelegenen Freigelände einen Versuch startete, im Heißluftballon nach Mörsenbroich zu fliegen. Das Gasthaus "Zum roten Bullen", ein beliebtes Ausflugsziel für die Düsseldorfer, soll danach den Namen "Zum Luftballon" erhalten haben, wie es in "Rund um den Golzheimer Friedhof" steht.

Historische Aufnahme von Haus Luftballon an der Fischerstraße. FOTO: Stadtarchiv Düsseldorf

Fakt ist: Die Düsseldorfer Heißluftballon-Fahrt hängt mit der Namensgebung des Gasthauses zusammen. 1796 wird die Bezeichnung "Am Luftballon" zum ersten Mal für das Haus an der Ecke Kaiserstraße-Nordstraße/Fischerstraße in den Akten genannt.

Einige Jahre später, am 2. November 1811, wurde der französische Kaiser Napoleon an dem Wirtshaus "Am Luftballon" empfangen. Das geht aus der Schrift "Die Anwesenheit Napoleons in Düsseldorf im Jahre 1811" hervor. Das Haus Luftballon stand an der nördlichen Grenze der Stadt. Um 11 Uhr traf Napoleon ein, wurde begrüßt und man überreichte ihm den Stadtschlüssel.

Diese Gedenktafel erinnert an den Einzug Napoleons. FOTO: Stadtarchiv

Danach ritt Napoleon weiter, durch den Hofgarten. Begleitet wurde er von dem Jubel zahlreicher Bürger, die sich an den Straßenseiten und am Hofgarten versammelt hatten. Die Straße, auf der er ritt, wurde nach ihm benannt und heißt bis heute "Kaiserstraße". In dem Haus befand sich auch die nächsten Jahre immer ein Restaurant. Vor dem Ersten Weltkrieg übernahm das Ehepaar Hochheuser das traditionsreiche Restaurant.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1943 zerstört und später ein neues Haus gebaut. Wann genau, ist unklar, doch 1964 befand sich bereits das neue "Haus Luftballon" wieder in den Händen der Familie.

1984 übergibt Josef Hochheuser das Haus Luftballon an neue Pächter, er selbst hatte lange nach geeigneten Nachfolgern gesucht. Der Wunsch, das traditionsreiche Lokal zu erhalten, ist laut den "Gelben Heften" vielen Düsseldorfern wichtig gewesen.

Eine kleine Tafel an der Fassade des "Haus Luftballon" erinnert auch heute noch an die Familie Hochheuser, die das Restaurant lange bewirtschaftet hat.

Heute steht dieses moderne Haus an der Fischerstraße 1. Es beherbergt unter anderem ein Restaurant und ein Kosmetikgeschäft. FOTO: Julia Rieger

Auch heute gibt es an der Fischerstraße 1 ein Restaurant - und eben ein Kosmetikgeschäft. Das "Haus Luftballon" hat sich im Laufe der Jahre verändert - doch der Name und eine Gedenktafel erinnern an die Heißluftballons, die einst die Menschen faszinierten, und an den hohen Besuch des mächtigen Napoleon.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Erinnerungen an Haus Luftballon


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.