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Düsseldorf
Erinnerungen stärken gegen die Demenz

Zehn-Punkte-Präventionsplan gegen Alzheimer
Zehn-Punkte-Präventionsplan gegen Alzheimer FOTO: dpa, Jan-Philipp Strobel
Düsseldorf. Diesen Monat können sich Erkrankte, Angehörige, Ehrenamtler sowie Helfer und Ärzte bei den 70 Angeboten der Demenz-Aktionswochen informieren. Aktionen mit Musik kommen auch bei schwer Erkrankten gut an. Von Sonja Schmitz

Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter rapide an. Leidet nur ein Prozent der unter 65-Jährigen an Demenz, sind es bei den über 70-Jährigen mehr als drei und bei über 80-Jährigen zehn (Männer) bis zwölf Prozent (Frauen). Wer sich frühzeitig informiert, hat gute Voraussetzungen, um die Lebensqualität zu erhalten und als pflegender Angehöriger seine Belastung reduzieren. "Vor zehn Jahren war das Thema noch ein großes Tabu, das ist heute besser geworden", sagt Peter Tonk vom Demenz-Servicezentrum an der Willi-Becker-Allee. Das Zentrum koordiniert die Demenz-Aktionswochen, die den ganzen September über im Düsseldorfer Stadtgebiet laufen.

Bei den etwa 70 Angeboten können Betroffene, ihre Helfer und Fachleute jede Menge Informationen und Anregungen rund um die Erkrankung bekommen. Für manche davon ist eine Anmeldung erforderlich. Ein Programmheft können Interessierte telefonisch oder schriftlich bei dem Demenz-Servicezentrum anfordern (siehe Info).

Rechtliche Vorsorge "Jeder, der älter wird, sollte sich Gedanken darüber machen, wem er Vollmachten erteilt", sagt Birgit Meyer vom Demenz-Servicezentrum. Ob Vorsorge- oder Betreuungsvollmacht oder eine Patientenverfügung - es ist hilfreich, wenn Betroffene noch selbst darüber entscheiden können. Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, ist dies nicht mehr möglich. Im Programm der Aktionswochen gibt es dazu mehrere Vorträge, beispielsweise "Vorsorge treffen" (Donnerstag, 21. September, 16 bis 17.30 Uhr, im Zentrum plus des DRK in Hassels). Der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer informiert unter dem Titel "Wer klug ist, sorgt vor" ebenfalls über rechtliche Fragen (Dienstag, 26. September, 17 bis 18.30 Uhr, Ulmenstraße 67).

Leidet nur ein Prozent der unter 65-Jährigen an Demenz, sind es bei den über 70-Jährigen mehr als drei und bei über 80-Jährigen zehn (Männer) bis zwölf Prozent (Frauen). FOTO: Hans-Juergen Bauer

Kommunikation und Umgang mit Demenzkranken Für alle Beteiligten macht es das Leben leichter, wenn andere Menschen Verständnis für das Verhalten von Demenzkranken haben. "Dann kann man besser auf sie eingehen und ruhig bleiben", sagt Meyer. Um "Kommunikation - Validation bei Demenz" geht es bei einem Vortrag am Dienstag, 19. September, 11 bis 12.30 Uhr, im Zentrum plus, Lönsstraße 5a in Stockum. Mit Validation wird in der Pflege eine Haltung und Methode bezeichnet, die Wertschätzung vermittelt.

Die Caritas und der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW bieten einen Vortrag mit dem Titel "Mein Wille - Dein Wille!" an, der auf die Bedürfnisse Betroffener und Probleme des täglichen Umgangs mit Erkrankten eingeht. (Montag, 25. September, 14 bis 15.30 Uhr, Zentrum plus Hassels, Am Schönenkamp 146).

Zum Mitmachen Körperliche und geistige Aktivitäten wirken sich positiv auf Demenzkranke aus, entsprechend gibt es eine größer werdende Bandbreite des Angebots: "Mit Musik erreicht man auch Menschen gut, die bereits schwer an Demenz erkrankt sind", sagt Meyer. "Und sei es, dass sie nur im Stuhl dabeisitzen und lächeln." Weil Singen Menschen mit und ohne Demenz verbindet, bietet die Caritas an der Rheinuferpromenade am Schlossturm einen Flashmob an (Mittwoch, 27. September, 15 bis 16.30 Uhr). Ein weiteres Mitsingkonzert mit Volksliedern und Schlagern gibt es bei der Aktion "Frau Höpker bittet zum Gesang" (Sonntag, 17. September, 16 bis 18 Uhr, Hotel MutterHaus, Geschwister-Aufricht-Straße, Kaiserswerth)

Erinnern Gegenstände wie eine alte Kaffeemühle oder Fotos aus der Kindheit helfen der Erinnerung auf die Sprünge. Beim Erzählen davon helfen gestaltete Erinnerungskoffer (Montag, 11. September, 15 bis 17 Uhr, Zentrum plus der Diakonie in Oberkassel, Gemünder Straße 5).

Führerschein und Demenz Auch Kranke wollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben und möchten gerne weiterhin selbst Autofahren. Der Polizist Joachim Tabath klärt zu Fragen der Sicherheit und zu Konflikten in der Familie auf. (Donnerstag, 14. September, 16.30 bis 17.30 Uhr, Ferdinand-Heye-Haus, Apostelplatz 1; Freitag, 15. September, 15 bis 17 Uhr Zentrum plus Unterbach)

Quelle: RP
 
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