| 15.23 Uhr

Interview mit Dönerrestaurant-Leiter
"Glyphosat ist okay - aber Phosphat im Döner ein Problem?"

Erkan Cek von 360°- Gegrillt&Gechillt zu Phosphat im Döner
Erkan Cek ist Döner-Experte - er findet die Debatte um Phosphat nicht sinnvoll. FOTO: Erkan Cek
Düsseldorf. Dönerspieß-Produzenten wollen, dass die EU ihnen offiziell erlaubt, weiterhin mit Phosphat zu arbeiten - doch der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments lehnt ab. Was sagt ein Mann aus der Praxis zu dieser Debatte? Wir haben einen Dönerkoch gefragt.

Erkan Cek (33) leitet die Düsseldorfer Filiale von 360°- Gegrillt&Gechillt, einem Restaurant auf der Lorettostraße, das Döner in allen Variationen auf der Karte hat.

Herr Cek, enhalten Ihre Döner Phosphat?

Erkan Cek Das habe ich mich auch gefragt, als diese Debatte aufkam, und mal ein bisschen recherchiert. Ergebnis: Jeder Dönerspieß, der nicht vor Ort selbst hergestellt wird, enthält immer ein kleines bisschen Phosphat - auch wenn das Fleisch sehr hochwertig ist. Das ist einfach ein wichtiges Bindemittel, damit die Gewürze, die Flüssigkeiten und das Fleisch eine Einheit bilden und wir den Dönerspieß unproblematisch schneiden können.

Und Sie produzieren nicht selbst?

Cek Das wäre zeitlich gar nicht möglich. Die Spieße werden uns von einem Produzenten geliefert. Auf die Gewürze haben wir natürlich Einfluss.

Haben Sie denn Gesundheitsbedenken nach der Debatte um Phosphat?

Cek Ich habe extra beim Produzenten nachgefragt, wieviel Phosphat denn im Fleisch ist. Die Menge ist klein. In einer Portion ist weit weniger als die zulässige Menge für einen Erwachsenen. Es gibt also wirklich keine Gesundheitsgefahr. Selbst, wenn man jeden Tag bei uns ein Döner essen würde, wäre man noch unter dem Grenzwert.

Wenn Phosphat jetzt nicht mehr erlaubt wäre, was würde dann passieren?

Cek Es würde sich früher oder später sicher eine Lösung finden, wie man Döner auch ohne Phosphat produzieren könnte. Aber derzeit gibt es diese Lösung noch nicht. Deswegen stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel - nicht nur bei Dönerproduzenten und -restaurants. Auch in anderen Lebensmitteln sind ja Phosphate - in Burgern, Wurstwaren, im Kuchen durch Backpulver, in Cola, in Nüssen aus der Tüte.

Wie stehen Sie denn zu der ganzen Debatte?

Cek Ganz ehrlich? Meine persönliche Meinung: Wir haben so viele Baustellen in Deutschland. Es ist nicht sinnvoll, die Bürger damit verrückt zu machen. Ein Gift wie das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll okay sein - aber Phosphat im Döner ein Problem? Das finde ich nicht nachvollziehbar.

Fragen Ihre Gäste nach dem Phosphatgehalt Ihres Döners?

Cek Bisher sind Sie die erste, die fragt.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Erkan Cek von 360°- Gegrillt&Gechillt zu Phosphat im Döner


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.