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Düsseldorf
Ermittler der Soko "Alpen" fliegen zur Absturzstelle

Düsseldorf: Ermittler der Soko "Alpen" fliegen zur Absturzstelle
Die Soko "Alpen" der Düsseldorfer Polizei im Einsatz: Sie wird geleitet von Kriminaldirektor Roland Wolff (Mitte). FOTO: Polizei D�sseldorf
Düsseldorf. Ein Team der Düsseldorfer Sonderkommission "Alpen" ist am Dienstag zur Absturzstelle des Germanwings-Fluges 4U9525 in den Alpen geflogen. Zu dem Ermittlerteam gehören neben dem Leiter, Kriminaldirektor Roland Wolff, auch Experten für Kriminaltechniker und Tatortvermesser.  Von Denisa Richters und Christian Schwerdtfeger

Zusammen mit den französischen Kollegen, die sich seit vergangenen Freitag in Düsseldorf befinden und die Kommission tatkräftig bei ihrer Arbeit unterstützten, ist das Team um 14.50 Uhr vom Airport Düsseldorf abgeflogen. In Begleitung von Soko-Leiter Wolff befinden sich neben den vier französischen Ermittlern der Leiter der kriminalpolizeilichen Inspektion für Kapitalverbrechen, Kriminaldirektor Frank Kubicki (52 Jahre), mit Andreas Fritsch (57 Jahre) ein erfahrener Düsseldorfer Kriminaltechniker sowie ein Spezialist des Landeskriminalamtes NRW. Der 37-jährige Björn Krings ist Fachmann für Lasergestützte Tatortvermessung und Digitale Spurenkarten.

Für die Düsseldorfer Polizei ist die Aufklärung des Absturzes der Germanwings-Maschine eine organisatorische Höchstleistung. Im Polizeipräsidium am Jürgensplatz sind die Beamten seit einer Woche im Dauereinsatz. Der Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen erfordert organisatorische Höchstleistungen. Das fing an mit der Sicherung und Betreuung der Angehörigen am Flughafen am Absturztag, ging über Durchsuchungen der Wohnung des Copiloten bis hin zu Zeugenvernehmungen und der Auswertung des beschlagnahmten Materials.

Germanwings-Absturz: Die Ermittlungen zum Unglücks-Flug 4U9525

Es gilt eine Alarmierungsliste – bei Bedarf werden jene Beamten, die darauf stehen, auch nachts aus dem Bett geholt. "Wir waren von Anfang an sehr stark involviert", sagt Polizeisprecherin Susanne Heusgen. Zwischenzeitlich hatte die Sonderkommission (Soko) "Alpen", die kurz nach Bekanntwerden des Absturzes im Düsseldorfer Polizeipräsidium gebildet worden ist, 200 Mitglieder. Seit sich die Hinweise verdichten, dass der Copilot Andreas L. den Absturz vorsätzlich herbeigeführt haben könnte, sind 50 spezialisierte Ermittler in einer Mordkommission zusammengefasst worden. Insgesamt sind derzeit rund 100 Beamte ausschließlich damit beschäftigt, die Opfer des Unglücks zu identifizieren – "mit Zurückhaltung, Empathie und großer Sorgfalt" werde dafür DNA-Vergleichsmaterial sichergestellt – sowie die Todes- und Absturzursache zu ermitteln.

Mit dabei sind auch französische Ermittler, in der Delegation aus dem Nachbarland sind auch zwei Fachleute für die Untersuchung von Flugzeugabstürzen. Mit Jean Pierre Michel hatte sich vor einigen Tagen auch der oberste Chef der Kriminalpolizei der Gendarmerie Nationale bei der Düsseldorfer Polizei ein Bild vom Stand der Ermittlungen gemacht. Kriminaldirektor Roland Wolff leitet die Ermittlungen zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen. Wolff gilt als einer der erfahrensten Ermittler des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. "Der 55-Jährige leitete bereits mehrere große Ermittlungskommissionen", sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Ermittlungen im Fall Andreas L. FOTO: Federico Gambarini

Als Polizeiführer ist er unter anderem zuständig für Organisierte Rauschgiftkriminalität und Organisierte Kriminalität. Wolff leitete zuletzt Großrazzien gegen Rocker und Einbrecher. Erst vor zwei Wochen ließ Wolff eine Rocker-Party in Flingern durch ein Großaufgebot der Polizei auflösen. Dabei wurden 181 Personen kontrolliert. Mehrere Messer sowie ein sogenannter Totschläger wurden sichergestellt. "Wolff ist ein akribischer und durchsetzungsstarker Ermittler", so ein Polizist, der bereits unter seiner Leitung im Einsatz war. Die in der Wohnung von Andreas L. in Unterbach am vergangenen Donnerstag sichergestellten Gegenstände und Unterlagen sind nach Angaben der Ermittler zum Großteil untersucht, die Bewertung sei aber noch nicht abgeschlossen. Laut Staatsanwaltschaft wurden dort zwar Atteste und Medikamente gefunden, die auf eine psychische Erkrankung hinweisen, aber bisher kein Beleg dafür, dass dem Absturz ein Suizid des Copiloten zugrunde lag.

Quelle: RP
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