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Umrüstung auf LED-Leuchten
Ersatz für 16.000 Gaslaternen

Umrüstung auf LED-Leuchten: Ersatz für 16.000 Gaslaternen
FOTO: RP, Werner Gabriel
Düsseldorf. In einer großen Umrüstaktion werden die Gaslaternen der Stadt durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Die Kosten betragen 13 Millionen Euro. 4000 alte Lampen bleiben erhalten, werden aber künftig mit Strom betrieben. Von Sonja Schmitz

Düsseldorf gilt nach Berlin als die Stadt mit den meisten Gaslaternen: Von den 59.000 Straßenleuchten werden 16.000 mit Gas betrieben. Doch diese Besonderheit gehört bald der Vergangenheit an. Denn die alten Laternen werden nach und nach durch moderne LED-Leuchten ersetzt.

"Eine Gasbeleuchtung, so schön sie auch ist, bringt nur eine ganz geringe Lichtmenge hervor, alles andere ist Wärme", sagt Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement.

Sicherheitsaspekt ist wichtig

Im Zuge des Klimaschutzprogramms, das noch vom früheren Oberbürgermeister Joachim Erwin auf den Weg gebracht wurde, hatte der Rat Anfang vorigen Jahres die große Umrüstungsaktion verabschiedet. Für die entstehenden Kosten in Höhe von 13 Millionen Euro hat die Stadt eine Bezuschussung beim Bundesumweltministerium beantragt.

Schließlich hatte Düsseldorf in diesem Jahr beim Wettbewerb des Ministeriums um energieeffiziente Stadtbeleuchtung den ersten Preis erhalten. Die moderne LED-Technik sei nicht nur energie- und kostensparender, erklärt Hahn. Eine wichtige Rolle spielten auch der Sicherheitsaspekt und für Geschäftsinhaber eine attraktive Beleuchtung ihres Geschäftsumfelds.

Die beliebten 4000 historischen Alt-Düsseldorfer Laternen bleiben jedoch mit ihrem typischen Gehäuse erhalten, werden aber mit Strom betrieben. In der Oberkasseler Wildenbruchstraße sind sie bereits umgerüstet worden.

Die 12  000 restlichen Gaslaternen werden von der Stadt als "nicht erhaltenswürdig" angesehen und durch moderne technische Leuchten abgelöst: An Durchgangsstraßen wie der Torfbruch- und der Uerdinger Straße werden Natrium-Dampf-Lampen mit gelblichem Licht eingesetzt. In Geschäftsstraßen sollen Metall-Dampf-Lampen mit weißem, aber warmen Licht zum Einsatz kommen. In Wohngebieten soll das weiße Licht durch Gelb-Beimischung eine wärmere Note als in den Geschäftsstraßen erhalten.

In längeren Testphasen am Fleher Deich und am Aquazoo waren verschiedene LED-Leuchten zuvor getestet worden. Nachdem Bürger das Licht als zu kalt bemängelten, wurden auf einer Teststrecke an der Lippestraße im Hafen wärmere Lichttöne ausprobiert.

Auf Kritik stößt die Umrüstaktion hingegen bei Mitgliedern des Vereins "Pro Gaslicht", die sich bundesweit und in angrenzenden Nachbarstaaten für den Erhalt der Gaslaternen stark machen. Das warme Gaslicht schaffe eine besondere Lebensqualität und sei ein Kulturgut, das identitätsstiftend für die Landeshauptstadt sei, sagt Sprecherin Bettina Grimm. Mit der Abschaffung des Gaslichts würden in erster Linie die Interessen der Leuchtindustrie bedient.

Hahn hält diese Überlegungen für "Romantik", die in einem Kurort am richtigen Platze seien. "In einem Oberzentrum wie Düsseldorf haben andere Dinge Vorrang."

Quelle: RP
 
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