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Wehrhahn-Linie Düsseldorf
Erste Fahrt durch den U-Bahn-Tunnel

Fotos: Wehrhahn-Linie: Schienen sind verlegt
Fotos: Wehrhahn-Linie: Schienen sind verlegt FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Zehn Monate vor der geplanten Eröffnung der Wehrhahn-Linie sind die Schienen nun komplett verlegt. Testfahrten soll es ab Mai geben, Ende des Jahres sind Tage der offenen Tür in den neuen Bahnhöfen geplant. Von Christian Herrendorf

Auf der Zielgeraden geht es gemächlich zu. Mit gerade einmal 5 km/h zieht die dieselbetriebene Lok zwei Anhänger durch die Röhre - auf einer sehr wichtigen Fahrt. Da der Gleiskörper zwischen den S-Bahnhöfen Bilk und Wehrhahn nun fertiggestellt ist, rollte gestern erstmals ein Zug durch den neuen U-Bahn-Tunnel. Die Fahrdrähte werden in diesem Monat ebenfalls vollendet, so dass voraussichtlich im Mai Strom durch die Leitungen fließt und erste Testfahrten mit Straßenbahnen möglich sind. Die Eröffnung der Wehrhahn-Linie ist für den 20. Februar 2016 vorgesehen.

Wehrhahn-Linie: Erste Fahrt durch die Röhre

In den verbleibenden zehn Monaten stehen für den eigentlichen Betrieb der U-Bahn noch weitere große Schritte auf dem Zeitplan. Im Juni soll das gesamte System getestet werden, für Oktober ist die "vorläufige Inbetriebnahme" geplant. Dann wird die Rheinbahn ihre Fahrer auf der neuen Strecke ausbilden. Obwohl bei idealem Verlauf die Eröffnung dann noch in diesem Jahr möglich wäre, hat sich die Stadt entschieden, das Weihnachtsgeschäft, die besucherstarke Messe "boot" sowie den Karneval abzuwarten und anschließend zu starten. Die Bürger können sich voraussichtlich dennoch schon 2015 mit Teilen der Wehrhahn-Linie vertraut machen. Für die ersten drei Adventssamstage sollen Besichtigungen der neuen Stationen möglich sein.

Diese befinden sich derzeit noch in sehr unterschiedlichen Phasen, wie die gestrige Fahrt zeigte: In den Bahnhöfen "Kirchplatz" und "Graf-Adolf-Platz" sind die Bahnsteige schon fertiggestellt, so dass diese wieder abgedeckt wurden, damit sie nicht schmutzig werden. Zum Teil hängen auch die elektronischen Anzeigetafeln. In der Station "Schadowstraße" sind schon wesentliche Teile des Kunstwerks von Ursula Damm zu erkennen, etwa Glasplatten, abstrakte Ausschnitte aus dem Stadtplan und die Stelle, an der auf eine LED-Wand Bewegungen von der Oberfläche übertragen werden.

Fotos: So soll die Stadt nach dem U-Bahn-Bau aussehen FOTO: Animation Stadt

Während die Kunst auf den Zwischenebenen der Bahnhöfe mit jeder Station wechselt, gibt es entlang der Bahnsteige selbst ein Wiedererkennungsmerkmal. Heike Klussmann hat das "Kontinuum" entworfen, für das Fliesen in vielen Formen und Größen zusammengefügt werden und die den Eindruck erwecken, als fließe die Wand hinter den Fahrgästen dahin.

Der neue Teil des U-Bahnhofs "Heinrich-Heine-Allee" ist in vielfacher Hinsicht ein besonderer Teil der Strecke. Die Station wurde nicht wie die übrigen durch die Tunnelbohrmaschine gegraben, sondern entstand im Schutze eines Eispanzers, der den denkmalgeschützten Kaufhof an der Königsallee umhüllte. Zudem ist der Tunnel unter der Heinrich-Heine-Allee nicht rund und breit wie auf dem Rest der Route, sondern eckig und schmal. Der Grund: Er entstand vor knapp 40 Jahren, als der erste Teil der Station entstand, und wurde nun an die neue Strecke angeschlossen.

Video: Rohbauarbeiten fast abgeschlossen

Der Weg zurück ans Licht fordert die höchste Leistung von den Bahnen. Die Steigung ist mit fünf Promille die steilste der Strecke, zudem geht es um eine S-Kurve, bevor die Worringer Straße und der S-Bahnhof Wehrhahn zu sehen sind.

Quelle: RP
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