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Düsseldorf
Erster "Pop-Up-Store" der Carlstadt

Düsseldorf. Das "Kinderglück" eröffnete vor zwei Wochen - und schließt in drei Monaten. Von Oliver Burwig

Dieser Laden hat es eilig: Das Kindermodengeschäft "Kinderglück" von Judith Goudsmit hat Anfang des Monats in der Hohe Straße im ehemaligen Schuhgeschäft Herkenrath seine Türen geöffnet. Bis Ende Juni verkauft die Holländerin dort Kinderbekleidung, dann muss sie wieder ausziehen. "Pop-Up-Store" nennt sich dieses Konzept, bei dem ein Geschäft für kurze Zeit eine - meist schon länger leerstehende - Ladenfläche bezieht. Gut für den Vermieter, der sich in dieser Zeit nach langfristig Interessierten umsehen kann. Ebenfalls gut für den Mieter, der ohne großes Risiko seine Ideen verwirklichen kann.

"Ich zahle nur 25 bis 30 Prozent der Normalmiete", sagt Goudsmit. Neben dem günstigen Mietpreis freut sich die 44-Jährige über kauffreudige Kunden, die bei ihr holländische Modemarken mit großem Eröffnungsrabatt bekommen. Werbung braucht sie keine. "Für mich ist es ein Anreiz, dass der Laden nur kurz hier ist", sagt Mona Müller, die mit ihrer Freundin in die Innenstadt zum Shoppen kam. Goudsmit glaubt an einen längerfristigen Erfolg: "Ich würde gerne länger bleiben." Sie wolle noch einmal mit dem Eigentümer verhandeln, bleiben könne sie nur, wenn dieser die dauerhafte Miete deutlich senkt. An der Hohe Straße schätzt sie vor allem das enge nachbarschaftliche Verhältnis. "Es ist gemütlich hier, ich mag die Leute", sagt Goudsmit. Nach Auslaufen des Vertrags könnte sie sich aber auch vorstellen, mit dem Geschäft in ihr anderes Lieblingsviertel zu ziehen: Oberkassel.

In ihrer niederländischen Geburtsstadt Eindhoven kennt man Goudsmit schon durch große Outlet-Stores heimischer Marken. Düsseldorf besuchte sie zum ersten Mal vor zwanzig Jahren, ihr gefiel der Schick der Königsallee und der Altstadt. Hier traf sie auch ihren Partner, der ihr riet, in Deutschland ihr Glück zu versuchen. "Die Eltern hier lieben die holländischen Marken", sagt Goudsmit. Während diese shoppen, vergnügen sich ihre Sprösslinge mit "Pieter", dem geschäftseigenen Hamster. Nicht alle sind jedoch von der Idee angetan, dass das "Kinderglück" der Straße nur einen kurzen Besuch abstattet. "Für die Kunden ist das blöd. Man kauft hier ein, möchte wiederkommen und plötzlich ist der Laden weg", sagt eine Kundin.

Quelle: RP
 
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