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Düsseldorf
Erstes Krawatten-Museum

Düsseldorf. In seinem Geschäft "Penner Palast" hat Mohammad Vahabzadeh das erste Krawatten-Museum eröffnet. Rund 600 Krawatten aus den vergangenen 100 Jahren stellt er dort aus und bietet diese auch zum Verkauf an. Von Nadine Sapotnik

Mohammad Vahabzadeh hat ein ausgefallenes Hobby: Krawatten. Schon seit zehn Jahren sammelt er ungewöhnliche und seltene Modelle. In seinem Laden "Penner Palast" an der Graf-Adolf-Straße 22, in dem er eine Auswahl von 5000 Krawatten verkauft, hat er vor kurzer Zeit das erste Krawatten-Museum eröffnet. "Durch das Sammeln lag es eigentlich auf der Hand, ein Museum zu eröffnen. Das hat sich einfach so ergeben", sagt Vahabzadeh.

Rund 600 Krawatten aus den vergangenen 100 Jahren hängen nach Jahrzehnten sortiert an den Wänden seines Geschäfts und dokumentieren die Trends der Vergangenheit: Streifen, gewagte Muster, Disneyfiguren und Sportmotive – in dem Museum gibt es Schlipse mit allem Vorstellbaren – sogar mit unbekleideten Frauen. Die Materialien haben sich im Laufe der Zeit geändert. Mittlerweile sind die meisten Krawatten aus Seide. Eine Zeit lang waren Woll-Schlipse sehr modern. "Die ganz alten Krawatten wurden häufig aus Polyester hergestellt. Deshalb interessiere ich mich für diese besonders", sagt Vahabzadeh. Der Sammler verkauft die Ausstellungsstücke auch und ist häufig darüber überrascht, wer sich für die Schlipse aus der Vergangenheit interessiert. "Oft kommen junge Männer und kaufen alte Modelle, die sie noch von ihrem Opa kennen", sagt er.

Woher er seine Exponate bekommt, behält Vahabzadeh für sich: "Das ist ein Berufsgeheimnis." Doch soviel verrät er: "Ich habe schon manchmal ältere Menschen gefragt, ob sie nicht noch ein paar alte Krawatten für mich haben." Gelegentlich kommen auch Leute in den "Penner Palast" und bieten dem Besitzer alte Krawatten an. "Aber die interessieren mich meistens nicht." Für ihn gibt es zwei Auswahlkriterien, die eine Krawatte für ihn besonders interessant macht: Sie muss zum einen "alt" sein und zum anderen ist bei gestreiften Krawatten auch der Verlauf der diagonalen Streifen interessant. "In der Regel verlaufen die diagonalen Streifen von oben rechts nach unten links. Selten sind die, die einen umgekehrten Streifenverlauf haben", erklärt er.

Wertvoller Fund durch Zufall

Dieses Krawatten-Phänomen ist ihm erst vor knapp einem Jahr aufgefallen. "Ein Kunde ist in meinen Laden gekommen und hat eine Krawatte mit dem ungewöhnlichen Streifenverlauf gesucht. Ich sagte ihm, dass es so etwas nicht gäbe. Trotzdem haben wir dann ein bisschen im Laden gesucht und tatsächlich eine solche Krawatte gefunden. Die habe ich ihm aber letztendlich, obwohl er mir 700 Euro geboten hat, nicht verkauft. Ich wollte sie lieber selbst behalten", erzählt er. Mittlerweile hängen schon ein paar Krawatten mit dem ungewöhnlichen Streifenverlauf von links oben nach rechts unten in dem Museum.

Die Leidenschaft für Krawatten hat sich bei dem gebürtigen Perser in Italien entwickelt. Dort arbeitete er lange Zeit. "Die Italiener tragen häufiger Krawatten als die Deutschen. Sie sind allgemein eleganter gekleidet und trauen sich auch mehr", sagt er. Vahabzadeh trägt selbst jeden Tag Schlips. "Was für eine Krawatte ich trage, kommt natürlich auf meine Kleidung an. Früher habe ich auch oft ausgefallene Modelle getragen", erzählt Vahabzadeh. "Doch mittlerweile mag ich es lieber klassisch."

Quelle: RP
 
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