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Düsseldorf
Ersthelferin im HIV-Fall: "Ich würde es wieder tun"

Düsseldorf: Ersthelferin im HIV-Fall: "Ich würde es wieder tun"
U-Bahnhof Nordstraße: Hier stürzte der HIV-positive Mann wohl nach einem Zuckerschock vom Bahnsteig, zog sich blutende Verletzungen zu. Besorgte Ersthelfer können sich beim Gesundheitsamt testen lassen. FOTO: Georg Salzburg
Düsseldorf. Der Fall des mit HIV und Hepatitis C infizierten Mannes, der am vergangenen Freitag von couragierten Rheinbahn-Fahrgästen aus dem U-Bahn-Gleis am Bahnhof Nordstraße gerettet wurde, wird wohl Konsequenzen für den Rettungsdienst haben. Von Stefani Geilhausen

Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamts, sagte unserer Zeitung gestern: "Der Fall hat gezeigt, dass es nötig sein kann, Ersthelfern nicht nur für ihren Einsatz zu danken, sondern in bestimmten Fällen auch ihre Personalien zu erfassen, um sie erreichen zu können." Eine sinnvolle und praktikable Regelung will Göbels mit dem Rettungsdienst der Feuerwehr erarbeiten.

Bei der Rettung des Verunglückten, der wohl durch einen Insulinschock getaumelt und vom Bahnsteig gestürzt war, waren mehrere Helfer auch mit dem Blut des Mannes in Kontakt gekommen. Später hatte sich herausgestellt, dass der Mann mit HIV und Hepatitis C infiziert ist. Eine Ärztin, die zu den Ersthelfern auf dem Bahnsteig gehört und später dem Notarzt ihre Visitenkarte gegeben hatte, wurde informiert. Sie wandte sich an die Medien, um auch die anderen Helfer aufmerksam zu machen.

Fünf Fragen zu HIV/AIDS FOTO: AP

So erfuhr auch Studentin Christine gestern durch unseren Bericht, dass sie sich beim Helfen womöglich einem Risiko ausgesetzt hat. Auch wenn Mediziner und auch die Fachleute der Aids-Hilfe von einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ausgehen, lässt sie sich nun testen. Und sie sagt: "Ich würde trotzdem immer wieder helfen. Selbst wenn ich mich angesteckt hätte - damit kann man leben, nicht aber damit, einen hilflosen Menschen einfach liegen zu lassen."

HIV und Hepatitis C können durch Blut übertragen werden, allerdings nicht bei einer einfachen Berührung. Die bloße Angst vor einer Infektion dürfe niemanden davon abhalten, Erste Hilfe zu leisten, sagt auch Peter von der Forst von der Aids-Hilfe Düsseldorf in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme.

Was Sie über Hepatitis wissen sollten FOTO: AP

Bisher hat sich außer der Studentin kein weiterer Helfer beim Gesundheitsamt gemeldet. Das aber wäre sinnvoll, sagt Klaus Göbels, auch, um den Fall aus versicherungsrechtlichen Gründen zu dokumentieren. Der Leiter des Gesundheitsamts, der selbst Mediziner ist, betont aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Infektion der Ersthelfer gering sei.

Quelle: RP
 
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