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Düsseldorf
"Es darf keine Denkverbote geben"

Düsseldorf: "Es darf keine Denkverbote geben"
Gerade im Berufsverkehr gibt es auf der Bergischen Landstraße morgens und abends lange Staus. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Auch die Parteien im Stadtbezirk 7 beschäftigen sich mit einer besseren Anbindung der Stadtteile im Osten. Von Marc Ingel

Die Diskussion über eine bessere Anbindung der abgelegenen Düsseldorfer Stadtteile im Osten im Allgemeinen und der Knittkuhls im Besonderen schlägt nach der Mobilen Redaktion der RP weiterhin hohe Wellen - und beschäftigt natürlich auch die Politik.

Rainer Klöpper, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtbezirk, verweist auf die in der Bezirksvertretung mehrheitlich auf den Weg gebrachte gutachterliche Untersuchung, um Alternativen zur Verbesserung der Verkehrsströme auf der B7 zu erarbeiten. "Als potenzielle Nutzer müssen darin auch die etwa 3000 zusätzlichen Bürger einbezogen werden, die künftig auf dem heutigen Areal der Bergischen Kaserne wohnen werden", so Klöpper. Die CDU fordere daher einen verstärkten Einsatz öffentlicher Verkehrsmittel - zum Beispiel durch eine Verlängerung der Stadtbahn ab der Haltestelle "Gerresheimer Krankenhaus" in östliche Richtung oder durch alternative Verkehrsmittel. "Es darf keine Denkverbote geben", ergänzt der Christdemokrat, der etwa einen Sky Train wie am Flughafen zwischen Mettmann und dem Gerresheimer Krankenhaus oder eine Seilbahn ins Spiel bringt. Die Führung des Autoverkehrs in den Düsseldorfer Norden und des Fernverkehrs über die Knittkuhler Straße in Richtung A44 sei dabei nicht ausgeschlossen, müsse aber zwecks Lärmvermeidung in Knittkuhl in einem Trog tiefergelegt werden.

Im Zusammenhang mit dem Vorschlag der FDP, den Osten bei Knittkuhl an die A44 anzuschließen, hat sich die Ortsvorsitzende Christine Rachner in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt. Sie erklärt darin, dass die Bergische Landstraße (B7) bereits heute im Berufsverkehr ständig überlastet sei, was auch den Busverkehr beeinträchtige, und sich die Situation nach der Erschließung der neuen Baugebiete weiter zuspitzen werde. Zwar werde ein Ausbau der B7 diskutiert, "dies wird das Problem aber nicht beheben, da die Straßen im weiteren Verlauf stadteinwärts ebenfalls überlastet sind", nennt Rachner besonders den Engpass auf der Ludenberger Straße. Eine Antwort des Ministers steht noch aus.

Auch die Grünen wollen sich in Kürze mit Vorschlägen zur besseren Anbindung von Knittkuhl beschäftigen, "wobei wir eindeutig dem ÖPNV den Vorrang geben. Das Wuppertaler Beispiel einer Seilbahn zur Uni kann durchaus ein Vorbild sein, muss aber sicherlich auch vor dem Hintergrund prognostizierter Verkehrsteilnehmer bewertet werden", sagt die stellvertretende Bezirksvorsteherin Maria Icking. Darüber hinaus zieht sie in Zweifel, "ob es wirklich eine so gute Idee war, sich als eigenen Stadtteil von Hubbelrath abzugrenzen. Die Bergische Kaserne gehört ja weiter zu Hubbelrath, Knittkuhl hätte sicher in Zukunft mehr Gewicht, wenn dieses neue Quartier dazugehören würde".

Zu den Vorschlägen der CDU erklärt der Vorsitzende der SPD im Stadtbezirk, Sebastian Wuwer: "Wir sind natürlich erfreut, dass die CDU unsere Forderungen aufgreift, über alternative Verkehrskonzepte nachzudenken. Keinen Sinn macht es allerdings, Luftschlösser in die Welt zu setzen. Wichtig ist es, die künftige Verkehrsplanung auch im Kontext der weiteren Entwicklungen für das Gelände der Bergischen Kaserne vorzunehmen. Daher haben die Ratsfraktionen im Ampelvertrag erklärt, neue Stadtteile nur mit entsprechender Anbindung an den ÖPNV zu erschließen und dies schienengestützt für die Bergische Kaserne zu realisieren."

Quelle: RP
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