| 07.41 Uhr

Düsseldorf
Esprit will sich bei Arena rauskaufen

Fortuna Düsseldorf: Die Esprit-Arena im Check
Fortuna Düsseldorf: Die Esprit-Arena im Check FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das Klima zwischen der Stadtspitze und dem Namenssponsor Esprit hat sich verbessert. Kommt das Ratinger Modeunternehmen früher aus dem Vertrag für die Arena, will es einen sechsstelligen Abschlag zahlen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Düsseldorf steckt bei der Vermarktung seiner beiden größten Hallen in einer Umbruchphase. Das Unternehmen ISS hat sein Namens-Sponsoring für den Dome zum Ende des kommenden Jahres gekündigt, die Firma Esprit möchte lieber heute als morgen aus ihrem Vertrag für die Arena aussteigen. Das stellt die verantwortliche Stadttochter Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) vor Probleme. Die Vermarktungsfirma Infront, ohnehin bereits Partner bei der Vermarktung von Werbeflächen in der Multifunktionshalle, soll jetzt damit beginnen, einen Nachfolger für Esprit zu suchen.

Wie jetzt bekannt wurde, hat sich zumindest das Verhältnis zwischen Stadt und Esprit entspannt. Offiziell äußern sich dazu weder DCSE noch das Ratinger Modeunternehmen. Es gibt jedoch eine Vereinbarung für einen Ausstieg: Sollte die Arena vor Ablauf des Vertrages 2019 einen neuen Namenssponsor haben, zahlt Esprit einen Abschlag. Wäre dies im Herbst des kommenden Jahres der Fall, soll die Summe dem Vernehmen nach bei 200.000 Euro liegen. Gelingt dies erst später, fällt der Betrag niedriger aus.

2015: Esprit-Arena wird zum Eisstadion FOTO: Falk Janning

Gleichzeitig haben die Ratinger nach Informationen aus dem Umfeld des DCSE-Aufsichtsrates angekündigt, für die Erstligasaison der Fortuna 2012/'13 nachzuzahlen. Für die 2. Bundesliga werden pro Saison für das Namensrecht 900.000 Euro fällig, der Betrag für die 1. Bundesliga ist Verhandlungssache. Wie zu hören ist, geht es um 250.000 Euro.

Das Zerwürfnis mit Esprit führte vor gut zwei Jahren bis vor Gericht. Hauptauslöser war der Eurovision Song Contest (ESC), für den 2011 das Esprit-Logo von der Arena genommen wurde. Esprit protestierte dagegen und bestand auf einem Ausstieg aus dem Vertrag nach fünf Jahren, den der damalige Oberbürgermeister Dirk Elbers angeblich zugesagt haben sollte, um beim ESC Frieden zu haben. Der stritt das ab und zog die Option für eine weitere fünfjährige Vertragslaufzeit - eben bis 2019. Esprit verlor den Prozess. Nach dem Wechsel im Rathaus durch die Kommunalwahl war nach dem Antrittsbesuch Thomas Geisels in Ratingen ein Neubeginn möglich.

Im nächsten Jahr hat die DCSE-Spitze nun die Aufgabe, neue Namensgeber zu finden. Im Fall ISS, die vorsorglich gekündigt haben, hofft man auf eine Vertragsverlängerung. Bei der Arena kommt es darauf an, wie attraktiv die Halle für neue Partner sein kann. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es zwar 58 Veranstaltungen (13 Fortuna-Spiele, ein Konzert und 40 Business-Veranstaltungen) mit knapp 510.000 Besuchern. Aber die Erlöse im Bereich Konzerte/Show entwickeln sich laut dem Beteiligungsbericht der Stadtkämmerin negativ, der Rückgang liegt bei mehr als eine Million Euro. Daraus resultiert auch ein Rückgang von einer halben Million Euro beim Verkauf von Business-Seats.

DCSE-Chef Hilmar Guckert ist sicher, "dass wir ein gutes Produkt haben und es bei den Konzerten auch wieder besser laufen wird". Nach dem von der alten Stadtregierung durchgesetzten Abgang des Arena-Managers Jörg Mitze macht die Branche jedoch noch immer einen Bogen um Düsseldorf.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Esprit will sich bei Arena rauskaufen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.