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Flughafen
Eurowings zieht nach Düsseldorf

Düsseldorf. Die Fluggesellschaft, eine Tochter der Lufthansa, wird ihre Verwaltung und die Technik an den Flughafen verlegen. Rund 300 Mitarbeiter sollen dann hier beschäftigt sein. Die Airline bedient innerdeutsche Strecken. Der Umzug geht zu Lasten von Dortmund und Nürnberg. Von Hans Onkelbach

Für den Dortmunder Flughafen ist es eine schlechte Nachricht, in Düsseldorf reagiert man mit Zufriedenheit: Die Fluggesellschaft Eurowings hat gestern bestätigt, dass sie demnächst mit ihrer gesamten Verwaltung an den Düsseldorfer Flughafen ziehen will.

Den Standort Dortmund gibt man auf, und auch Nürnberg steht für die Airline auf dem Prüfstand. Unbestätigten Meldungen zufolge will man aus der fränkischen Großstadt die Technik abziehen und ebenfalls an den Rhein verlagern. Die Rede ist von rund 300 Mitarbeitern, die künftig am Düsseldorfer Flughafen für Eurowings arbeiten.

Das Unternehmen, das der Lufthansa gehört und für Lufthansa durchweg Kurzstrecken bedient, hat durch die Wirtschaftskrise besonders stark gelitten. Die Flotte schrumpfte bisher auf 34 Maschinen, alles Flugzeuge mit maximal 90 und noch weniger Sitzen. Künftig will man auf die 50-Sitzer komplett verzichten – zu teuer.

Eurowings wickelt im Namen der Lufthansa eine ganze Reihe von Flügen ab und war schon scheit langem hauptsächlich in Düsseldorf aktiv. Derzeit hat man hier neun Maschinen stationiert. Der Umzug hat auf die Zahl der Starts und Landungen von Eurowings keinen Einfluss, mit einer Zunahme rechnet man am Flughafen nicht.

Flughafen-Chef Christoph Blume begrüßte die Entscheidung. Man habe die Gespräche seit langem beobachtet und sehe darin eine folgerichtige Entwicklung angesichts der Aktivitäten der Airline in Düsseldorf.

Als sicher gilt, dass die Firma künftig auch ihre komplette Technik in Düsseldorf abwickelt oder abwickeln lässt. Schon jetzt hat man für die Flugzeug-Wartung einen Vertrag mit Air Berlin und ist Untermieter in der Technik-Halle der Air Berlin.

Mit dem Umzug und dem Schrumpfungsprozess der Flotte wird es einen Abbau von Arbeitsplätzen geben. Das bestritt Eurowings-Sprecher Matthias Burkhard gestern nicht. In welchem Umfang, sei allerdings noch nicht klar. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 1260 Mitarbeiter. Die Flotte wird bald aus insgesamt 23 Flugzeugen bestehen.

Die 300 Mitarbeiter in Dortmund sind in Versammlungen über die Verlegung nach Düsseldorf informiert worden. Sie reagierten geschockt, weil man noch vor wenigen Wochen auf eine Erholung gehofft hatte. Dabei bedient Eurowings schon lange keine Ziele mehr ab Dortmund. Eurowings sitzt seit 1992 unter diesem Namen am Flughafen Dortmund.

Wenn das Unternehmen jetzt den Standort verlässt, ist das ein weiterer Rückschlag für den Flughafen. Denn auch Easy-Jet und Air Berlin haben ihre Angebote nach und ab Dortmund zusammengestrichen, weil die Nachfrage stark nachließ. Angeblich liegt das jährliche Defizit des Flughafens bei rund 25 Millionen Euro. Der Flughafen gehört zu den kleinen Airports, deren Nutzen umstritten ist.

Quelle: RP
 
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