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Düsseldorf
Ex-Bauchef wirbt gegen Düsseldorf

Düsseldorf. Der ehemalige Dezernent Bonin möchte Investoren nach Gladbach holen.

Bis vor kurzem war er der Verantwortliche fürs Bauen im Düsseldorfer Rathaus, nun übt Gregor Bonin diese Funktion in Mönchengladbach aus - und lässt die Landeshauptstadt in keinem guten Licht mehr erscheinen. In Düsseldorf gebe es einen "überhitzten Markt", sagte Bonin jetzt in einem Fernsehbeitrag der "WDR Lokalzeit". Investoren, mit denen er spreche, würden sich deshalb für die Städte im Umfeld wie Mönchengladbach interessieren. "Sie sagen: Weg von den Premiumlagen, etwas mehr in gesicherte und längerfristige Investitionen", sagt Bonin in dem Gespräch.

In der Düsseldorfer Politik stößt dieser Ton nicht auf Zustimmung. "Damit hat sich Herr Bonin nicht mit Ruhm bekleckert", sagt Martin Volkenrath (SPD). Sicher gebe es in Düsseldorf einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. "Aber das hat auch mit den handelnden Personen in der Vergangenheit zu tun."

Bonin war von 2006 bis 2015 der Planungs- und Bauzederzent in Düsseldorf. Man arbeite daran, mehr Wohnraum zu schaffen, sagt Volkenrath. "Und Investoren signalisieren großes Interesse." Norbert Czerwinski (Grüne) empfindet die Äußerungen von Bonin als "komisches Nachtreten". Wohnungsbau sei wegen des begrenzten Platzes nicht einfach. Um so wichtiger sei es, dass man freie Flächen gut nutze. "Bonin hat zum Beispiel mit zu verantworten, dass an der Reitzensteinkaserne so langweiliger Reihenhausstil entstanden ist."

Es ist nicht das erste Mal, dass der Baudezernent sich in seiner neuen Position kritisch über Düsseldorf äußert. Bereits im Februar sagte er in einem Gespräch mit unserer Redaktion, Gladbach habe den "Vorteil der Nähe zu einer Metropole, deren Markt überhitzt ist". An anderer Stelle sagte er, Gladbach könne "wie ein Staubsauger Familien aus Düsseldorf absaugen".

(arl)
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