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Düsseldorf
Ex-Galerist soll seine Kunden betrogen haben

Düsseldorf. Mit vier Wochen Verspätung wegen Erkrankung des Angeklagten hat gestern beim Amtsgericht der Prozess gegen einen 59-jährigen Ex-Galeristen begonnen. Ihm werden Betrug und Untreue zu Lasten von mindestens neun Kunden vorgeworfen.

Sie hatten zwischen 2013 und Ende 2015 teils sehr kostbare Gemälde oder Grafiken bei ihm angeliefert, damit der Galerist die Werke für sie vertreibt. Vom Verkauf von Kunstwerken für rund 100.000 Euro sollen die Auftraggeber allerdings nichts oder nur einen Bruchteil gesehen haben, weil der Angeklagte die Gelder größtenteils oder komplett eingesteckt habe. Zu Prozessbeginn schilderte der vielfach als Betrüger vorbestrafte Angeklagte, er habe alles stets korrekt abgewickelt, bis die Finanzbehörden im Sommer 2015 wegen offener Steuerforderungen gegen ihn vorgegangen seien. Da er bis dahin einen Stamm von bis zu 800 Kunden aufgebaut habe, die ihm weit mehr als tausend Kunstwerke überlassen hätten, habe er eine ordnungsgemäße Rückführung dieser Gemälde und Grafiken nicht mehr organisieren können.

Ob sich damit aber erklären lässt, dass etliche Werke aus der Galerie spurlos verschwunden sind, andere zu Spottpreisen verkauft wurden, will das Gericht nun durch die Anhörung von weiteren Zeugen klären.

(wuk)
 
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