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Düsseldorf
Ex-Ordnungsamtsmitarbeiter gesteht Betrug unter Tränen

Düsseldorf. Mit zeitweise tränenerstickter Stimme hat ein Ex-Mitarbeiter des Ordnungsamts Hilden gestern dem Landgericht geschildert, warum er seinen Dienstherrn sowie Gastwirte und Spielhallenbetreiber um rund eine Million Euro betrogen habe. Der 58-Jährige hat demnach als Sachgebietsleiter fünf Jahre lang erfundene Gebühren kassiert und Amtsgebühren nicht oder nur teils an die Stadt weiter geleitet. Zu Prozessbeginn gab er an, er sei spielsüchtig gewesen, auch habe er nach der Vergewaltigung einer seiner Töchter durch Online-Wetten die Anwaltskosten beschaffen wollen. Sein Anwalt sah ein "erhebliches Mitverschulden der Stadt". Er fand, dort hätte die Spielsucht viel früher auffallen müssen.

Der Angeklagte entschuldigte sich. Inzwischen habe er den Job verloren, sein Heim verkauft, hat die Beutegelder teils zurückgezahlt und will auch eine Wiedergutmachung an die Stadt leisten. Für ein derartiges Geständnis hatten die Richter im Vorfeld eine Haft zwischen dreieinhalb und vier Jahren in Aussicht gestellt. Ohne reuiges Geständnis hätten es fünf bis sechs Jahre werden können, hieß es gestern. Der Prozess geht am 10. Oktober weiter.

(wuk)
 
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