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Düsseldorf
Ex-Venetia fordert CDU-Chef heraus

Düsseldorf: Ex-Venetia fordert CDU-Chef heraus
Heidrun Leinenbach (46), Senior-Projektleiterin bei den Stadtwerken, will CDU-Vorsitzende werden. FOTO: Privat
Düsseldorf. Wenn die Christdemokraten im Juni den Kreisvorstand wählen, wird es an der Spitze spannend: Der Vorsitzende Thomas Jarzombek hat mit Heidrun Leinenbach eine Herausforderin. Sie arbeitet bei den Stadtwerken. Von Denisa Richters

Die Wahlen des Parteivorstands gehören bei der Düsseldorfer CDU meist nicht zu den spannendsten Momenten: In der Regel gibt es für die Parteispitze einzelne Kandidaten - und die erhalten eine deutliche Mehrheit. Aber darauf ist eben kein Verlass. Denn nun wird es zum zweiten Mal in Folge eine Kampfkandidatur um den Vorsitz des Kreisverbands geben. Den hat seit Januar 2014 Thomas Jarzombek inne.

Der 42-jährige Bundestagsabgeordnete trat damals gegen den Landtagsabgeordneten und langjährigen Partei-Vize Peter Preuß an - und erhielt fast 70 Prozent der Delegiertenstimmen. Rund eineinhalb Jahre später muss er bei den Vorstandswahlen am 22. Juni sein Parteiamt verteidigen - gegen eine starke Frau: Heidrun Leinenbach (46), Senior-Projektleiterin bei den Düsseldorfer Stadtwerken und Geschäftsführerin im Club der ehemaligen Venetien, hat ihren Hut in den Ring geworfen.

Thomas Jarzombek (42), Bundestagsabgeordneter, steht seit 2014 an der Spitze der Düsseldorfer CDU. FOTO: Bretz

"Die Partei benötigt dringend einen neuen Aufschwung", sagt Leinenbach zum Grund ihrer Kampfkandidatur. Die CDU müsse zu ihren ursprünglichen Stärken zurückfinden: Geschlossenheit, gemeinsame Vision, klare Linie. Mit ihrer Ausbildung und Berufserfahrung könne sie dabei die treibende Kraft sein. Zwar gebe es in der Düsseldorfer CDU gute Ansätze, etwa das "Zukunftsprogramm 2020plus", das sie teile.

Mit Sorge beobachte sie aber, "dass die CDU Düsseldorf immer mehr an Bedeutung und Aufmerksamkeit verliert". Gleichzeitig gebe es viele Mitglieder, die sich einbringen wollen. Deren Potenziale müssten aber auch zur Geltung kommen, das sei derzeit nicht der Fall, betont Leinenbach. Es fehle eine Strategie und eine klare Linie. Zudem herrsche - auch in der Parteispitze - zu viel Uneinigkeit.

"Ich bin noch nicht lange in der Partei, habe kein Mandat, gehöre keinem der Netzwerke an", sagt Leinenbach. "Das macht mich freier, weil ich niemandem Rechenschaft schuldig bin." Koordination, Leitung und Teamarbeit kenne sie nicht nur aus ihrem Beruf, sagt die Diplom-Kauffrau und Energiewirtschaftsmanagerin. Als Geschäftsführerin des Venetien-Clubs (sie selbst war in der Karnevals-Session 1994 Venetia) "muss ich 25 Mädels leiten". Wer das schaffe, schaffe es auch bei einer Volkspartei.

Jarzombek gibt sich angesichts der Herausforderin gelassen: "Ich glaube, dass wir die CDU auf einen guten Kurs gebracht haben, insofern gibt es keinen Grund für einen Wechsel." Den Vorwurf, er sei als Bundestagsabgeordneter mit Familie in Berlin, in Düsseldorf zu wenig präsent, will er nicht gelten lassen. Sein Terminkalender sei voll mit Terminen der Partei, der Parteibasis und des Düsseldorfer Brauchtums. "Eine 100-prozentige Zufriedenheit gibt es in einer so großen Partei nicht, das wäre schon merkwürdig." So viel Politik und Diskussion wie in den vergangenen Wochen und Monaten habe es in der CDU nie zuvor gegeben. Dieses Jahr habe er das Thema Zuwanderung ins Zentrum gestellt, beim Reformparteitag im Herbst soll auch stärkere Mitgliederbeteiligung Thema sein. "Die Partei braucht Veränderungen", sagt hingegen Heidrun Leinenbach. "Ich würde nicht antreten, wenn ich keine Chance auf einen Sieg sähe." In den nächsten Wochen will sie an der Basis für sich werben.

Quelle: RP
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