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Dinslaken/Düsseldorf
Experte: Aussage von Nils D. über IS-Folterknechte ist schlüssig

IS-Terrormiliz: Prozess gegen Nils D. startet
IS-Terrormiliz: Prozess gegen Nils D. startet FOTO: dpa, fg lof
Düsseldorf. Der aus Dinslaken stammende Syrien-Rückkehrer Nils D. hat vor Gericht über die Geheimpolizei des IS berichtet. Ein Islamismus-Experte stufte den Bericht nun als "sehr schlüssig" ein.

Die Aussagen des mutmaßlichen IS-Terroristen Nils D. über die bislang kaum bekannte Geheimpolizei des Islamischen Staats sind von einem Experten als "sehr schlüssig" eingestuft worden. "Da ist eine gehörige Prise irakischer Geheimdienst dabei, das merkt man an der Brutalität und der Organisiertheit", sagte der Islamismus-Experte Guido Steinberg am Freitag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. "Auch die Beschreibung von Gefängniswärtern und Folterknechten scheint mir sehr schlüssig zu sein."

Die IS-Geheimpolizei, der D. seinem Geständnis zufolge angehört hat, führe "ein Schreckensregiment in vielen Orten". Der 25-Jährige hatte gestanden, in Syrien als vermummter IS-Geheimpolizist Menschen verhaftet und in die Foltergefängnisse des der Terrormiliz gebracht zu haben.

Steinberg arbeitet an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Nils D. hatte in den vergangenen Tagen vor dem Oberlandesgericht ein ausführliches Geständnis abgelegt und zugegeben, dem IS in Syrien die Treue geschworen zu haben. Er habe von dessen Gräueltaten allerdings zunächst nichts gewusst.

Der Angeklagte aus Dinslaken hatte sich 2011 einer islamistischen Gruppe in Dinslaken-Lohberg zugewandt. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation. 

 

(kl/dpa)
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