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Düsseldorf
Experten beraten zu Schimmelpilz

Düsseldorf. Niedrige Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen begünstigen die Bildung von Schimmelpilz. Unsere Experten erklärten am Telefon, wie man Schimmelpilz vorbeugen und ihn entfernen kann. Von Verena Patel

Woran liegt die Bildung von Schimmelpilz? "In rund 80 Prozent der Fälle ist ein nicht angepasstes Raumklima Verursacher der Schimmelpilzbildung", sagt Robert Schütz, Energieberater bei den Düsseldorfer Stadtwerken. Um Heizkosten zu sparen würden viele Berufstätige die Heizung herunterdrehen, bevor sie morgens das Haus verlassen. "Am Abend wird dann für einige Stunden geheizt. Das reicht aber nicht, um alle Oberflächen auf eine optimale Temperatur zu bringen." Ingo Apel, Vorsitzender von Haus und Grund ergänzt: "Es ist ein Vorurteil zu sagen 'Wenn ich lüfte, verschwende ich Energie'. Pro Nacht und pro Person geben wir etwa einen Liter an Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Auch nach dem Duschen und Kochen muss gelüftet werden. Wichtig ist es auch, Durchzug herzustellen." Ein permanentes gekipptes Fenster könne das nicht ausgleichen. Hinzu kommen bauliche Besonderheiten, die Schimmelbildungen begünstigen können, oder Zwischenfälle, wie zum Beispiel ein Wasserschaden.

Was kann man tun, damit erst gar kein Schimmelpilz entsteht? Auf das richtige Lüften und Heizen kommt es an. "Den größten Teil kriegt man damit in den Griff", sagt Sven Melzer, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maler- und Lackiererhandwerk. "Anhand eines Hygrometers lässt sich täglich die Luftfeuchtigkeit messen. Dementsprechend muss man sein Heiz- und Lüftverhalten anpassen." Hygrometer seien auch eingebaut an speziellen Fenstergriffen zu haben. "Über die Farben Rot, Gelb und Grün bekommt man wie bei einer Ampel Hinweise zum Raumklima", sagt Melzer. Architektin Beate Uhr von der Verbraucherberatung: "Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 21 Grad liegen bei einer Luftfeuchtigkeit um 50 Prozent." Gerade in Bädern ohne Fenster sollte man nach dem Baden oder Duschen die Silikondichtung abtrocknen, die Fliesen mit einem Abzieher reinigen.

Was tun, wenn man ihn bereits im Haus hat? Bevor renoviert wird, muss die Ursache für den Befall feststehen. "Häufig wird Schimmel einfach übermalt", berichtet Melzer. Bei starkem Befall sollte ein Sachverständiger zu Rate gezogen werden. "Es muss überprüft werden, ob es Wärmebrücken gibt und gegebenenfalls eine Dämmung der Wände hergestellt werden." Auch ein Wasserschaden kann die Ursache sein, warum der Pilz sprießt. "Vielen Menschen ist nicht klar, dass sie mit ihrem Wohnverhalten zu Verursachern von Schimmelpilz werden können", weiß Beate Uhr aus ihren Beratungen. "In diesem Winter liegt die Schimmelpilzsaison noch vor uns", meint Sven Melzer. "Weil es mild war, musste wenig geheizt werden, so dass die Bausubstanz ausgekühlt ist." Wenn die Temperaturen sinken wird dieser Effekt von außen noch verstärkt.

Wer trägt die Verantwortung? "Der Eigentümer muss nachweisen, dass der Befall nicht an baulichen Gründen liegt", sagt Michaelo Damerow, stellvertretender Geschäftsführer des Mietervereins. Erst dann müsse der Mieter beweisen, dass er den Pilz nicht durch falsches Verhalten herbeigeführt habe. Auch auf die Form sollten Mieter achten. "Viele Mieter sprechen zwar mit ihren Vermietern über den Befall. Richtig wäre es jedoch, eine schriftliche Mängelanzeige zu schreiben, damit man etwas in der Hand hat", sagt Ralf Korsinkowski vom Wohnungsamt. Gleichzeitig sollte man eine Frist zur Beseitigung setzen.

Quelle: RP
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