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Düsseldorf
Experten raten zu Vorsicht bei Modeschmuck

Düsseldorf. Verbraucherschützer finden hohe Anteile von Cadmium und Blei in Schmuckstücken.

Den Gehalt von Schwermetallen in Modeschmuck und sechswertigem Chrom in Lederprodukten hat das Düsseldorfer Amt für Verbraucherschutz unter die Lupe genommen. Bei 314 Proben aus 2016 und 2017 wurden 59 Mal erhöhte Werte festgestellt. Untersucht wurden Proben aus Düsseldorf, aber auch aus Mönchengladbach sowie den Kreisen Mettmann, Kleve, Neuss und Viersen. Die Verbraucherschützer raten Kunden, keinen sehr billigen Schmuck zu kaufen und auf Qualität zu achten. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, solle Schmuck aus Silber oder Gold kaufen. Händlern wird geraten, sich Zertifikate vom Hersteller, vom Importeur oder Großhändler zeigen zu lassen, die bescheinigen, dass die Produkte europäischem Recht entsprechen. Zur Absicherung kann er auch Proben selbst untersuchen lassen.

Auf sechswertiges Chrom, das als krebserregend eingestuft wird und Allergien auslösen kann, wurden Lederprodukte mit Hautkontakt wie Gürtel, Handtaschen, Portemonnaies oder Armbänder untersucht. 2017 wurde ein Schwerpunkt zusätzlich auf Schuhe und Jacken sowie Fensterledertücher gelegt. Von 68 untersuchten Proben 2016 waren 18 (26,5 Prozent) zu beanstanden, 2017 wurden 63 Produkte untersucht: In elf Fällen war der Chrom-(VI)-Gehalt zu hoch. Teilweise wurden bis zu 40 mg/kg festgestellt - der Grenzwert liegt bei 3 mg/kg. Zwei Produkte - Motorrad-Handschuhe und ein Fensterledertuch - wurden nach Schnellwarnungen vom Markt genommen.

Dazu wurden 154 Modeschmuck-Proben auf die giftigen Schwermetalle Blei und Cadmium untersucht. In 24 Fällen lag eine Grenzwertüberschreitung für mindestens einen der Stoffe vor. Es wurden bis zu elf Prozent Blei und mehrfach Cadmiumgehalte von circa 20 Prozent ermittelt - als höchster Wert sogar 52 Prozent Cadmium in einem Metallanhänger. Die Grenzwerte bei Schmuck betragen für Blei 0,05 Prozent und für Cadmium 0,01 Prozent. Eine Erklärung kann dafür laut dem Amt für Verbraucherschutz die mögliche Verarbeitung von Abfallmetallen bei der Schmuck-Herstellung in den asiatischen Herkunftsländern sein.

(nic)
 
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