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Düsseldorf
Fahrgäste getreten und geschlagen? Prozess eingestellt

Düsseldorf. Ohne Schuldspruch hat das Amtsgericht gestern den Prozess gegen sechs Mitarbeiter einer Securityfirma beendet. Laut Anklage sollen sie in der U-Bahnstation am Hauptbahnhof vor drei Jahren drei Fahrgäste verprügelt und noch getreten haben, als die Besucher am Boden lagen. Die Angeklagten (27 bis 50 Jahre alt) beteuerten, sie hätten damals drei angetrunkene Wildpinkler gestellt, deswegen deren Ausweise oder 20 Euro Reinigungsgebühr verlangt. "Da sind wir direkt angegriffen worden, haben die Leute nur fixiert", so ein Gruppenleiter.

Laut Anklage soll jedoch einer der Angeklagten (35) einen Fahrgast nicht nur zu Boden gerissen und "fixiert", sondern sich auch auf dessen Schläfe gekniet haben, damit seine Kollegen zuschlagen konnten. Dafür sprachen auch Aussagen unbeteiligter Zeugen. Die Fahrgäste (ein Bruderpaar mit Freunden) waren aus Duisburg gekommen, um in der Altstadt zu feiern. Sie gaben an, keiner von ihnen habe in der Station uriniert, sie seien aber von Wachleuten verdächtigt und attackiert worden. Keiner der Fahrgäste habe Gegenwehr geleistet. Welcher Angeklagte welchen Schlag oder Tritt geführt habe, konnte keiner sicher sagen. Auf Anregung der Staatsanwältin wurden die Verfahren gegen drei Angeklagte eingestellt "wegen geringer Schuld", drei Wachleute wurden freigesprochen. Vier von ihnen sind angeblich nicht mehr für das Sicherheitsunternehmen tätig, sondern wurden von Rheinbahn oder Deutscher Bahn übernommen.

(wuk)
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