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Düsseldorf
Falscher Diplomat: Geldstrafe wegen Trunkenheitsfahrt

Düsseldorf. Als falscher Diplomat sorgte ein angetrunkener Autofahrer im Mai für Wirbel. Frühmorgens war der 51-Jährige am Steuer einer Limousine in Bilk gestoppt und kontrolliert worden. Doch eine Blutprobe abzugeben, lehnte er damals mit Hinweis auf seinen angeblichen Diplomatenstatus entschieden ab. Aus gutem Grund: Eine Blutprobe ergab noch zwei Stunden später rund 1,6 Promille, beim gestrigen Prozess beim Amtsgericht wurde der Mann zu 1500 Euro Strafe wegen Trunkenheitsfahrt verurteilt und verlor seinen Führerschein.

Doch auch vor Gericht trat der 51-Jährige weiter als "Diplomat" auf. Für welches Land er tätig sei, verriet er nicht. "Ich bin selbstständiger Diplomat, mache das ehrenamtlich, bekomme monatlich 500 Euro", ließ er nur wissen. Formell wäre er als Mitglied des diplomatischen Corps der deutschen Gerichtsbarkeit entzogen, so der Staatsanwalt. Nur beweisen konnte der Angeklagte diesen Status nicht, musste sich deshalb also gefallen lassen, wie ein normaler Bürger behandelt und verurteilt zu werden. Dabei leugnete er sogar, damals alkoholisiert gewesen zu sein: Nach stundenlanger Rückfahrt aus Osteuropa sei er müde gewesen: "Der Rest ist Quatsch." Sogar bis zum Bundesverfassungsgericht hatte sich der Mann gegen die Verwertung der Blutprobe beschwert - ohne Erfolg. Folgenlos sollen seine Auftritte aber nicht bleiben. Denn der Staatsanwalt hat nach der Verurteilung des 51-Jährigen direkt erklärt, er werde gegen den Angeklagten jetzt noch ein neues Ermittlungsverfahren einleiten. Diesmal wegen Titelmissbrauchs.

(wuk)
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