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Düsseldorf
Familie soll Anschlag begangen haben

Düsseldorf: Familie soll Anschlag begangen haben
Die angeklagte Familie mit dem Anwalt Frank Schubert (Mitte) vor dem Landgericht. FOTO: Wulf Kannegießer
Düsseldorf. Eine jahrelange Fehde zwischen zwei Familien sollte in Flammen enden - und dafür hat ein Ehepaar (41/36) mit einem Sohn (16) im Juni 2015 angeblich einen benzingefüllten Molotow-Cocktail gebastelt und nachts gegen die Balkontür einer verfeindeten Familie geschleudert.

Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, brachte das Paar samt Sohn am Mittwoch wegen des versuchten Brandanschlags vors Landgericht. Denn das Feuer ging damals von allein wieder aus. Und drei Monate später soll der Sohn mit einem ähnlichen Anschlag gegen die Wohnung einer Verwandten gescheitert sein. Bestätigt haben die Angeklagten das am Mittwoch nicht. Sie verweigerten jede Aussage.

Mutter, Vater und Sohn wollen sich auch im weiteren Prozess, der vorerst bis Anfang Mai terminiert ist, zu den Vorwürfen nicht äußern. Das Elternpaar räumte bei der Schilderung der Lebensläufe nur ein, dass in dieser Familie zeitweise "ordentlich Alkohol konsumiert" worden sei. Die Mutter sprach von bis zu zwei Flaschen Wodka am Tag, dessen Wirkung sie mit der Einnahme zusätzlicher Drogen noch verstärkt habe. Wie die erwerbslose Familie das finanzieren konnte, wollte die Mutter aber lieber nicht verraten. Folgt man der Anklage, dann hatten die Angeklagten mit der jetzt verfeindeten Familie einst friedlich in Nachbarschaft gelebt. Irgendwann sei es aber zum Streit gekommen. Das galt wohl auch noch, als die gegnerische Familie mit einem schwerbehinderten, bettlägerigen Sohn längst weggezogen war in ein anderes Mietshaus.

Laut Anklage soll das Elternpaar (beide mit jeweils deutlich mehr als zwei Promille Alkohol im Blut) nachts dann den Brandsatz gebastelt haben, für den der Vater angeblich an einer Tankstelle in Vennhausen eigens drei Liter Benzin einkaufte. Der Sohn habe dann mit Steinen die Balkontürscheibe der Gegner eingeworfen und einer der Eltern den Brandsatz hinterhergeworfen. Doch die schlafenden Opfer entgingen dem Anschlag, weil der Brandsatz nicht traf und nicht zündete. Aufnahmen von Tankstellen zeigten aber wohl eine andere Person beim Benzinkauf in der Tatnacht als den jetzt angeklagten Familienvater. Ob die Anklage noch zu halten ist, wird sich am 14. März zeigen, wenn der Prozess weitergeht.

(wuk)
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