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Kolumne Auf Ein Wort
Fasten - eine Tür öffnen für Gott

Düsseldorf. Mit dem Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen, die österliche Bußzeit. Oder, wie unsere evangelischen Schwestern und Brüder sagen: die Passionszeit. Denn diese 40 Tage - die Sonntage gehören nicht dazu - sind eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest, auf das Fest der Auferstehung unseres Herrn. Es ist eine Zeit, in der wir auf die Passion, das Leiden und Sterben Jesu, schauen und uns selbst besinnen und überprüfen.

"Fasten" und "Buße-Tun" - das klingt einigermaßen mühsam und anstrengend, jedenfalls wenig sympathisch. Aber wenig sympathisch ist es nur, wenn man das Ziel aus den Augen verliert. Das Ziel ist die Verbundenheit mit Gott, und das heißt zugleich für uns: ein helles, ein richtiges, ein volles Leben. Und so kennen alle große Religionen das Fasten als eine besondere Form, in der sich der Beter Gott zuwendet, in der er den ganzen Körper mitnimmt in die Bewegung hin zu Gott. In einem ersten Schritt bedeutet Fasten ein Sich-Frei-Machen von dem, was uns in Beschlag nimmt, was uns hindert in der Beziehung zu Gott. Aber über diesen ersten Schritt hinaus ist das Fasten dann vor allem ein Weg, uns selbst zurückzunehmen und einen Raum zu schaffen für Gott. Wir können auch sagen: Fasten bedeutet, eine Türe zu öffnen für Gott.

Auch Jesus spricht in der Bergpredigt zu den Jüngern vom Fasten, zusammen mit dem Almosen-Geben und dem Beten. Almosen-Geben, Beten und Fasten - das sind die Werke der Gerechtigkeit, das Tun, das die Gerechten auszeichnet. Die drei Werke der Gerechtigkeit bilden den "innersten Ring" der Bergpredigt. In der Mitte der Bergpredigt aber, zwischen den Worten von dem Beten und dem Fasten, steht das "Vater unser": Das Gebet, das die Bitten des Beters auf das wirklich Notwendige konzentriert und ihn hineinstellt in das Verhältnis der Gotteskindschaft. Das Gebet, in dem wir zu Gott ganz vertrauensvoll sagen dürfen: "Vater".

HERIBERT LENNARTZ IST KAPLAN IN DER PFARREI HL. DREIFALTIGKEIT (DERENDORF-PEMPELFORT)

Quelle: RP
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