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Düsseldorf
FDP: Kandidatenwahl mit Hindernissen

Düsseldorf: FDP: Kandidatenwahl mit Hindernissen
FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wurde mit 89 Prozent der Stimmen als Kandidatin für die Bundestagswahl 2017 aufgestellt. FOTO: D. Richters
Düsseldorf. Die Düsseldorfer Liberalen haben ihre Kandidaten für die zwei Düsseldorfer Wahlkreise bei der Bundestagswahl und die vier Wahlkreise für die Landtagswahl nominiert. Parteichefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wurde mit 89 Prozent für den Bundestag aufgestellt. Es gab vier Kampfkandidaturen und direkt am Anfang Chaos bei den Abstimmungen. Von Denisa Richters

Auslöser war, dass bei diesen Nominierungen der Name des favorisierten Kandidaten auf den Stimmzettel geschrieben werden muss und nicht einfach "Ja" wie beispielsweise bei Vorstandswahlen der Partei. 33 Mitglieder hatten bei Parteichefin Strack-Zimmermann, einzige Kandidatin für den Wahlkreis 106 im Düsseldorfer Norden, "Ja" notiert und damit ihren Stimmzettel ungültig gemacht. Sitzungsleiter Helmut von Richter wollte den Wahlgang zunächst wiederholen lassen, stieß jedoch auf massiven Protest. Dies sei nur bei formalen Fehlern möglich, betonten Manfred Neuenhaus und Bernhard Piltz. Die lägen nicht vor, weil die Sitzungsleitung ausdrücklich auf die Abstimmungskriterien hingewiesen habe. Eine Wiederholung des Wahlgangs wäre somit anfechtbar. So verblieb man. Abzüglich der ungültigen Stimmen entfielen auf Strack-Zimmermann 89 Prozent.

Im Bundestagswahlkreis 107 im Düsseldorfer Süden setzte sich Sebastian Rehne mit 69 Prozent gegen Gerhard Hansen durch. Er kann jedoch ­- anders als Strack-Zimmermann – nicht auf einen sicheren Platz auf der Liste und damit den Einzug in den Bundestag hoffen, ist deshalb ein reiner Zählkandidat, um Stimmen für die FDP zu sammeln.

Das gilt auch für drei der vier Landtagskandidaten. Einzig der Wahlkreis 42, der von Oberbilk bis zu den linksrheinischen Stadtteilen reicht, soll über die Landesliste abgesichert werden. Hier traten mit Mirko Rohloff und Rainer Matheisen zwei junge Ratsherren gegeneinander an. Beide zeigten sich als starke Wahlkämpfer und Redner. Entsprechend knapp war das Ergebnis. Erst im zweiten Wahlgang setzte sich Matheisen mit nur einer Stimme Abstand durch. Er setzt in seiner Rede den Schwerpunkt auf Wohnungspolitik, sprach sich gegen die Zweckentfremdungsverordnung und die Mietpreisbremse aus. "Wir sind die einzige Chancen-Partei und auch die Einzigen, die für freie Marktwirtschaft stehen", rief er der Parteibasis zu.

Im Norden der Stadt konnte sich Felix Droste klar gegen Karsten Körner durchsetzen. Der Volkswirt und Verleger sprach sich für Bürokratie- und Korruptionsabbau aus, dadurch werde Geld frei für mehr Polizeipräsenz und echte Sicherheit. Droste verwies auch auf sein breites Netzwerk, zum Beispiel als Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft, "das ist die Gesellschaft, in der Frauen willkommen sind". Ein leichter Seitenhieb auf den männlich orientierten Heine-Kreis.

Besonders spannend wurde es im Landtagswahlkreis 41 im Osten Düsseldorfs, in dem Sönke Willms-Heyng und Ulf Montanus gegeneinander antraten. Erst im zweiten Wahlgang konnte sich Willms-Heyng mit 54 Prozent durchsetzen. Der engagierte Gerresheimer stellte Schulpolitik ins Zentrum seiner Rede, sprach sich gegen die Bevorzugung von Gesamtschulen aus und forderte, "die besten Lehrer in den schlimmsten Schulen" einzusetzen.

Im Wahlkreis 43 (Düsseldorfer Süden) trat Christine Rachner als einzige Kandidatin an. Sie erhielt 83 Prozent der Stimmen.

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