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Düsseldorf
Fernwärmenetz soll größer werden

Düsseldorf. Düsseldorf liegt bei klimafreundlicher Warmwasserversorgung weit zurück. Von Sonja Schmitz

Bei Städtevergleichen sind Düsseldorfer daran gewöhnt, dass die Landeshauptstadt auf vorderen Rängen liegt. Entsprechend konsterniert waren gestern Mitglieder im Umweltausschuss bei einer Präsentation von Stadtwerke-Chef Udo Brockmeier über die Bedeutung von Fernwärme in Düsseldorf. Was den Ausbau dieser umweltfreundlichen Lieferung von Warmwasser, das auch zum Heizen verwendet wird, angeht, liegt Düsseldorf sehr deutlich hinter zahlreichen anderen deutschen Städten zurück.

Mit einem Fernwärmenetz von 219 Kilometern liegt die Landeshauptstadt auf Rang 11 hinter den Spitzenreitern Berlin, Hamburg und München. Das Netz der Essener ist mit 622 Kilometern fast dreimal so groß. Das Netz der Stuttgarter ist zwar nur etwas größer, dafür erzielen die Schwaben damit aber eine doppelt so hohe nutzbare Wärmeabgabe (2140 GWh (Gigawattstunden) gegenüber 918 GWh).

"Wir haben es uns geleistet, Leitungen zu legen, aber nur jeden Zweiten, Dritten anzuschließen", sagte Brockmeier ohne die Gründe zu vertiefen. Gemeinsam mit der Stadt wollen die Stadtwerke nun den Ausbau entschlossen vorantreiben. Wichtig ist dies zum einen für das Erreichen der Klimaschutzziele. Zum anderen verbessert der Ausbau der Fernwärme die Wirtschaftlichkeit des neuen Gas- und Dampfkraftwerks. Es ermöglicht die gleichzeitige Gewinnung von Wärme und Strom in einer Anlage, weshalb man auch von der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) spricht. Dabei wird der überschüssige Dampf für die Fernwärme genutzt. Durch die effiziente Nutzung des Brennstoffs wird der Schadstoffausstoß reduziert. 380.000 Tonnen CO2 würde Düsseldorf pro Jahr dadurch einsparen, so lautet die Rechnung. Für 2025 sollen es sogar 595.000 Tonnen CO2 weniger sein.

Doch damit diese Entwicklung greifen kann, ist der Ausbau der Fernwärme erforderlich. Brockmeier möchte dazu große Anker-Kunden und neue Wohngebiete für die Versorgung mit Fernwärme gewinnen. Bislang sind 9300 Gebäude in der Stadt an das Fernwärmenetz angeschlossen - das sind acht Prozent der Gebäude, die mit Wärme versorgt werden. Neu hinzugekommen sind der Belsenpark, die Gartenstadt Reitzenstein, Le Quartier Central und Grafental. Die Möglichkeit, dass auch das geplante Glasmacherviertel in Gerresheim dazukommt, schätzt Brockmeier optimistisch ein.

Wenn auf diese Weise das Netz wächst, dann könnten die Stadtwerke auch anderen Kunden entlang der Strecke Angebote mit einer transparenten zeitlichen Planung machen. Neben der klimafreundlichen Technik sei ein weiterer Vorteil, dass diese Heizart sehr wartungsarm sei. Die Investitionskosten für eine neue Anlage liegen bei 1500 bis 2000 Euro, sie werden von der Stadt bezuschusst.

Quelle: RP
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