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Düsseldorf
Festivalmacher wollen das Badeschiff

Düsseldorf: Festivalmacher wollen das Badeschiff
So könnte es aussehen: ein zum Schwimmbad umgebauter Schiffskörper im Düsseldorfer Medienhafen. FOTO: dpa, Imago/Montage: Andreas Krebs
Düsseldorf. Die Stadtverwaltung arbeitet an der Umsetzung der Freizeitidee. Die Teams von Open-Source- und New-Fall-Festival haben Interesse bekundet. Vermutlich klappt es mit dem Badeschiff aber erst 2017. Von Uwe-Jens Ruhnau

Zehn Jahre nach dem ersten Vorstoß durch die Grünen versucht Düsseldorf, ein Badeschiff auf dem Rhein zu installieren. Die Federführung dafür hat das Amt für Wirtschaftsförderung. Amtsleiter Uwe Kerkmann: "Wir nehmen den Prüfauftrag sehr ernst und würden das Badeschiff gerne ermöglichen. Es wäre für die Bewohner, aber auch die Besucher der Stadt ein sehr interessantes Angebot." Zudem passt es zum Ansinnen der Stadtspitze, Düsseldorf ein anderes Image zu geben. Allerdings bremst Kerkmann Erwartungen auf rasche Umsetzung: "Es wäre euphorisch, davon auszugehen, dass es noch in diesem Sommer mit dem Projekt klappt." Er bestätigt die Information unserer Redaktion, dass es drei Interessenten für ein Badeschiff gibt: die Macher der Musikfestivals "Open Source" und "New Fall" sowie ein Büro für Entertainment-Veranstaltungen.

Dass es dieses Jahr noch nichts wird mit dem attraktiven Freizeitangebot, hat vor allem mit der Diskussionsfreude und der zeitlichen Limitierung im Stadtrat zu tun. Die Grünen hatten, als Teil der Ampel-Kooperation nun wieder an der Macht, ihren ersten Vorstoß für das Projekt von vor zehn Jahren im September erneuert. Vor allem die Politikerin Iris Bellstedt setzte sich dafür ein, überzeugte die Ampel aus SPD, Grünen und FDP und schließlich den ganzen Stadtrat. Der Antrag wurde wegen der Zeitbegrenzung jedoch nicht behandelt und kam erst im Februar zur Abstimmung. Folglich bearbeitet die Verwaltung das Projekt erst jetzt.

Mit den möglichen Partnern steht die Stadtverwaltung in Kontakt. Philipp Maiburg etwa, der Organisator des Open-Source-Festivals, hält "die Mischung aus Urbanität, Sport, Vergnügen und Kultur" für reizvoll. Er kennt das Badeboot in Berlin, seit 2004 das große Vorbild für Projekte dieser Art. Maiburg zieht aus seiner Kenntnis zwei Schlüsse: "Als rein kommerzielles Angebot verliert ein Badeboot seinen Reiz - und: ein Badeboot lässt sich nicht solo betreiben." Gastronomie und/oder ein Eventbereich gehörten dazu, sonst sei das Projekt zum Scheitern verurteilt. Maiburg denkt an Veranstaltungsreihen: kleine Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen etc.

Kerkmann wiederum hat schnell bemerkt, dass es nicht hopplahopp mit der Umsetzung gehen kann. "Zuerst muss man einen geeigneten Liegeplatz finden, dann ein Schiff in der geeigneten Größe und den Partner." In Düsseldorf kristallisieren sich zwei Standorte heraus: der Medienhafen und der Bereich nördlich der Rheinterrasse, wo in einem geschützen Bereich und durch eine Mole vom Rhein getrennt die Restaurantschiffe liegen. Hintergrund: "Der Rhein ist eine Autobahn für die Schifffahrt, die Stadt kann da nicht frei entscheiden", sagt Jochen Wirtz, der Leiter des Büros von Oberbürgermeister Thomas Geisel. Man wolle das Schiff, es müssten jedoch die Bezirksregierung und das Wasser- und Schifffahrtsamt mitspielen. Letzteres hatte vor einigen Jahren schon den Wunsch von Helge Achenbach vereitelt, der mit seinem Monkey's-Boot in Höhe der Schnellenburg festmachen wollte.

Der Medienhafen, auf den ersten Blick Favorit, birgt Tücken. "Da besteht an vielen Stellen Denkmalschutz", sagt Kerkmann, "man kann nicht beliebig irgendwo andocken." Der Bäderarchitekt Karl-Heinz Reuter, der bereits andere Städte bei der Planung von Badeschiffen beraten hat, hält den Medienhafen nur für halbwegs geeignet. "Sie schauen vor Wände, das Wasser steht, im Sommer riecht's." Der Fachmann tendiert eher zu Golzheim. Da aber auch die Erschließung mit dem öffentlichen Nahverkehr eine Rolle spielt, wird die Situation noch einmal komplizierter, denn da hat der Hafen die Nase vorn.

Wie dem auch sei: Kerkmann will das Projekt ermöglichen. Die Stadt dürfte sich zumindest bei der Grundinvestition in einen Steiger engagieren.

Quelle: RP
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