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Düsseldorf
Feuerwehr-Rekord: 140.000 Einsätze

Düsseldorf: Feuerwehr-Rekord: 140.000 Einsätze
Einsatz am 28. Februar 2014 vor der Anwaltskanzlei, in der ein Amokläufer zwei Menschen tödlich verletzt und Feuer gelegt hatte. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. So viele Einsätze wie 2014 hatte die Berufsfeuerwehr noch nie: 139 478 Mal rückten die Retter aus - und gerieten einmal mitten an den Tatort eines Verbrechens. Ein neues Gesetz wirkt sich jetzt auf die Sanitäter-Ausbildung aus. Von Stefani Geilhausen

Er sei stolz, bei dieser Feuerwehr zu arbeiten und darauf, sie zu leiten, sagte Peter Albers, als er gestern einen neuen Einsatzrekord vorstellte. Dass die Zahl sich jedes Jahr erhöht, ist zwar schon normal, doch gleich um mehr als 7000 - das hat es in der Geschichte der Berufsfeuerwehr noch nie gegeben. Und es wäre ohne die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehren auch nicht zu schaffen gewesen, betonte Albers.

Mehr als 8000 Einsätze gingen im Juni auf das Konto von Pfingstorkan Ela. "Bei 8008 haben wir aufgehört zu zählen", erinnerte Feuerwehrsprecher Heinz Engels an den zweiwöchigen Ausnahmezustand, bei dem Wehren der Nachbarstädte und sogar die Bundeswehr zur Unterstützung kamen. Die Soldaten hatten sich zum Abschied hoch beeindruckt gezeigt von der Organisation der Düsseldorfer Feuerwehr - ein Lob, das mitten im Chaos "ein kleines Highlight für uns war."

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Doch nicht nur Sturm Ela forderte die Feuerwehr im vergangenen Jahr heraus. Am 28. Februar meldete ein Anrufer aus dem Gebäude des Straßenverkehrsamts einen Verletzten, gleichzeitig ging aus dem gleichen Haus ein automatischer Feueralarm auf der Leitstelle ein. In einer brennenden Anwaltskanzlei fanden die Retter einen Toten und zwei schwer verletzte Menschen. Ein Amokläufer hatte auf sie eingestochen, dann die Kanzlei angezündet. "Das war für uns nicht einfach", sagte Engels. "Wir gehen normalerweise überall rein, wo andere raus rennen, weil wir helfen wollen. Und plötzlich mussten wir damit rechnen, dass uns selbst etwas passiert." Erst später wurde klar, dass der Täter bereits auf dem Weg zu seinem nächsten Opfer war, als die Feuerwehr den von ihm gelegten Brand löschte. "Es war ein seltsames Gefühl, nicht so helfen zu können wie wir es gewohnt sind", sagte Engels.

Fünf Menschen hat die Wehr im vergangenen Jahr nicht helfen können, sie starben bei Bränden an Rauchvergiftungen. In diesem Zusammenhang warb die Feuerwehr erneut für die Installation von Rauchmeldern. Die haben im vergangenen Jahr in 159 Fällen Schlimmeres verhindern können.

Großbrand in Möbellager in Düsseldorf-Bilk FOTO: Judith Conrady

Man ziehe nicht Bilanz, um Rückschau zu halten, betonte Feuerwehrchef Albers. "Wir prüfen ständig, ob wir etwas ändern oder verbessern, ob und wie wir auf neue Herausforderungen reagieren müssen." Die personelle und die technische Ausstattung der Berufsfeuerwehr seien gut, mit dem Atemschutzübungszentrum, das demnächst in Betrieb geht, werden künftig Szenarien trainiert, die bislang so nicht geübt werden konnten.

Die nächste Herausforderung aber stellt ein neues Gesetz dar: Ab diesem Jahr soll das Berufsbild des Rettungsassistenten durch den Notfallsanitäter ersetzt werden. Das bedeutet mehr Aufgaben, mehr Verantwortung - und vor allem eine entsprechende Ausbildung. Jeder Düsseldorfer Feuerwehrmann ist auch zum Rettungsassistenten ausgebildet. Jetzt müssen alle zum Notfallsanitäter geschult werden, auch die Ausbildung des Nachwuchses in der Rettungsdienstschule wurde den neuen Anforderungen entsprechend umgestellt.

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Und auch den Ansprüchen der Bürger stellt sich die Feuerwehr. Die Zahl der Beschwerden stieg im vergangenen Jahr von 19 auf 36. Das sind zwar gemessen an der Einsatzzahl nur wenige Klagen, aber, sagte Albers: "Wir gehen jeder Beschwerde nach, um zu sehen, ob wir unsere Systeme verbessern müssen." Beschwerden gebe es über den Umgang mit Patienten im Rettungsdienst, aber auch über Krankentransportgebühren - und, wenn auch selten, über den Lärm vom Martinshorn.

Quelle: RP
 
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