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Flüchtlinge in Düsseldorf
Warum die Stadt eine Kleiderkammer eröffnet

Flüchtlinge Düsseldorf: Warum die Stadt eine Kleiderkammer eröffnet
Rund 2000 Quadratmeter stehen in der Lagerhalle zur Verfügung. Gesucht werden derzeit unter anderem Kinderschuhe. FOTO: David Young
Düsseldorf. Eine Lagerhalle in Mörsenbroich ist ab jetzt die zentrale Anlaufstelle, wenn man etwas für Flüchtlinge spenden will. Gesucht werden derzeit Schuhe. Von Arne Lieb

Die Stadt Düsseldorf betreibt ab jetzt in Kooperation mit der Diakonie-Tochter Renatec in Mörsenbroich eine eigene Lagerhalle für Sachspenden. Die wichtigsten Fakten dazu:

Warum hat man sich zu diesem Schritt entschieden?

Die rasante Entwicklung der Flüchtlingskrise und die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung führen zu logistischen Schwierigkeiten: Die bestehenden Lager der Wohlfahrtsverbände sind voll, außerdem ist es kompliziert, die Güter schnell weiter zu verteilen. Die Stadt erhofft sich von der zentralen Sammelstelle im hinteren Teil des Grundstücks am Vogelsanger Weg 49 in Mörsenbroich eine Vereinfachung in der Organisation. In der Lagerhalle, in der früher der Kleidungshersteller Esprit produziert hat, stehen rund 2000 Quadratmeter zur Verfügung. Mitarbeiter der Diakonie-Tochter Renatec betreiben das Lager. Sie sollen von Ehrenamtlern unterstützt werden.

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: Tinter, privat (6), Dackweile, Kaiser, evers, Miserius, Blazy (2), Strücken, Malz, Knappe

Warum dort?

Der Standort ist gut erreichbar, außerdem stehen Parkplätze für Spender zur Verfügung. Darüber hinaus wird das Gelände auch anderweitig für die Flüchtlingshilfe genutzt: Im Vorderhaus, wo früher der Mobilitätsdienstleister DKV ansässig war, entsteht eine kommunale Ersteinrichtung für rund 150 Flüchtlinge. Das bedeutet, dass dort Menschen, die der Stadt Düsseldorf zugewiesen werden, in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft wohnen. Außerdem ziehen zwei mit Asylfragen befasste Abteilungen des Amts für Soziale Sicherung ein: die Asyl-Zweigstelle, die sich um die Organisation der Unterbringung kümmert, und die Geldausgabestelle, die bislang an der Münsterstraße ihren Sitz hatte.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Was wird gesucht?

Das lässt sich immer nur für einen kurzen Zeitraum sagen. Stadt und Diakonie kündigen an, immer wieder aktuelle Aufrufe zu starten. Derzeit ist Winterkleidung gefragt, vor allem für Männer und in Größen bis L. Außerdem Schuhe für Männer, Frauen und Kinder bis Größe 43. Auch Spielzeug, Blöcke und Stifte sind gefragt. Grundsätzlich gilt: Die Sachen sollten sich noch in gutem Zustand befinden. "Das, was man selber gern bekommen würde", definiert es Diakonie-Pfarrer Thorsten Nolting.

900 Flüchtlinge kommen mit Sonderzügen in Düsseldorf an FOTO: Christoph Reichwein

Wie weit sind die Vorbereitungen?

Die Mitarbeiter haben schon viele Regale aufgebaut, unter anderem wurden 100 Regalmeter vom Heimatverein Düsseldorfer Jonges gespendet. Sie haben auch schon viele Sachen einsortiert. Das wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Ab Montag werden Spenden angenommen (siehe Infokasten).

Wohin gehen die Spenden?

In Heime und Zeltlager und zum Flughafen-Fernbahnhof, wo am Mittwoch 395 Flüchtlinge umgestiegen sind und heute wieder einer oder mehrere Sonderzüge erwartet werden. Auch andere Bedürftige werden aus den Lagern der Wohlfahrtsverbände weiter versorgt.

Quelle: RP
 
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