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Düsseldorf
Streit über Schoko-Nikoläuse für Flüchtlinge

Düsseldorf. 180 Schoko-Nikoläuse für eine Flüchtlingsunterkunft haben am Mittwochabend im Düsseldorfer Integrationsrat für einen Eklat gesorgt. Von Jörg Janssen

Am Ende der Sitzung hatte die Vorsitzende Katharina Kabata (SPD-Internationale Liste) unter dem Punkt "Verschiedenes" die Mitglieder gebeten, Mittel für 180 Schokoladen-Nikoläuse frei zu machen, die der Flüchtlingsunterkunft Rossstraße zugutekommen sollten. Doch dazu kam es nicht.

Christdemokrat Pavle Madzirov wollte wissen, wer denn genau diesen Vorschlag dem Integrationsrat unterbreitet habe. "Doch darauf blieb die Vorsitzende eine konkrete Antwort schuldig", sagt der Ratsherr. Außerdem könne man bei so einer Geste nicht als stadtweites Gremium eine einzige Unterkunft herausgreifen und alle anderen unberücksichtigt lassen. Er schlug vor, sich bei der Verteilung solcher oder ähnlicher Präsente auf die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu konzentrieren.

"Ich bin sauer auf die CDU, die anstatt hier ein Fass aufzumachen, als Partei mit dem ,C' im Namen gut daran getan hätte, diese menschliche Geste des Integrationsrates einfach zu bewilligen", sagt FDP-Ratsherr Rainer Matheisen. Genauso irritiert zeigte sich Kabata, die den Antrag auf Mittelbewilligung kurzerhand zurückzog. "Ich war im Internet auf den entsprechenden Aufruf gestoßen und dachte, dass wir hier eine gute und richtige Geste umsetzen können", sagte sie. Dass es jetzt gar keine Nikoläuse für die Unterkunft an der Rossstraße geben soll, will Matheisen nicht akzeptieren. "Wir sollten nach Lösungen suchen und im Zweifel über die Fraktionen oder sonstige Wege die Menschen beschenken."

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Quelle: RP
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