| 00.00 Uhr

Behördenchaos in Düsseldorf
Flüchtlingszelt in Eller wird vorerst nicht belegt

Flüchtlinge in Eller: Zelt wird vorerst nicht belegt
Eine Mitarbeiterin der Bezirksregierung Düsseldorf hatte einen Heizungsdefekt gemeldet, woraufhin die 150 Flüchtlinge von Eller nach Hilden verlegt wurden. FOTO: hjba
Düsseldorf. Wegen eines offenbaren Heizungsdefekts, den die Bezirksregierung Düsseldorf gemeldet hatte, wurden die 150 Flüchtlinge am Montag von Eller nach Hilden verlegt. Helfer beteuern allerdings, es habe so einen Ausfall nie gegeben. Jetzt bleibt das Zelt erst einmal leer.  Von Stefani Geilhausen und Arne Lieb

Kommunikationspannen zwischen den Bezirksregierungen Düsseldorf (zuständig für die bauliche Verwaltung der Flüchtlingsunterkünfte) und Arnsberg (zuständig für die Belegung) waren offenbar die Ursache für die überstürzte Verlegung von rund 150 Menschen am Montagmittag. Sie wurden aus der Landeserstaufnahme in Eller in ein Schulgebäude in Hilden gebracht.

Fotos: Ein neuer Haarschnitt für Flüchtlinge FOTO: dpa, cas jhe

Die Düsseldorfer Behörde hatte zunächst abgestritten, mit dem Vorgang zu tun zu haben, der bei den Betroffenen für großen Unmut gesorgt hatte. Gestern ruderte ein Sprecher zurück: "Es war offenbar doch eine Mitarbeiterin von uns, die gemeldet hat, dass das Zelt wegen eines Heizungsdefekts nicht mehr nutzbar wäre." Man werde sich bei der Bezirksregierung in Arnsberg entschuldigen. Die hatte nämlich aufgrund der Information aus Düsseldorf das Zelt räumen und die Flüchtlinge binnen einer Stunde nach Hilden bringen lassen.

"Nach Schriftlage" sei die richtige Entscheidung getroffen worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums gestern. "Wenn es echte Mängel an einer Unterkunft gibt, muss man schnell reagieren - das hat die Behörde in Arnsberg getan." Das Deutsche Rote Kreuz als Betreiber der Anlage und die ehrenamtlichen Helfer der Unterkunft in Eller beteuern allerdings, dass es zu keiner Zeit einen Heizungsausfall gegeben habe. Wie es zu der Meldung kam, muss nun offenbar erst überprüft werden. In Arnsberg gilt die Unterkunft in Eller jedenfalls derzeit als nicht verfügbar. "Erst wenn wir aus Düsseldorf die Nachricht bekommen, dass sie wieder genutzt werden kann, bringen wir dort auch wieder Menschen unter", sagte ein Sprecher dort. Bis dahin sei eine Belegung nicht geplant.

900 Flüchtlinge kommen mit Sonderzügen in Düsseldorf an FOTO: Christoph Reichwein

Das Zelt steht also leer. Ein Rücktransfer der 150 nach Hilden verlegten Flüchtlinge sieht die Bezirksregierung Arnsberg auch nach Freigabe des Zelts nicht vor. "Das können wir den Leuten nicht noch einmal zumuten." Das sehen auch die Ehrenamtler in Eller so, obwohl sich viele freuen würden, die Leute wieder in der Nähe zu haben, zu denen sie bereits freundschaftliche Kontakte aufgebaut haben. Die Flüchtlinge, die vor knapp vier Wochen über Ungarn eingereist waren, sollen nur für etwa zwei Wochen in Hilden bleiben und nach ihrer Registrierung und medizinischen Untersuchungen, die bislang nicht erfolgten, in NRW verteilt werden.

Liebe Leserinnen und Leser, 
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.

Quelle: RP
 
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.