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Düsseldorf
Die wichtigsten Antworten zu den Flüchtlingszügen

900 Flüchtlinge kommen mit Sonderzügen in Düsseldorf an
900 Flüchtlinge kommen mit Sonderzügen in Düsseldorf an FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Am Donnerstagabend kommen weitere Sonderzüge mit Flüchtlingen in Düsseldorf an. Zunächst für eine Woche springt die Stadt als "Drehkreuz" ein. Sie bittet Ärzte um ehrenamtliche Mitarbeit. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen. Von Stefani Geilhausen und Arne Lieb

Nachdem Düsseldorf sich am Montag bereiterklärt hatte, die Erstversorgung und den Weitertransport von Flüchtlingen für NRW zu übernehmen, sind in der Nacht zu gestern zwei Sonderzüge mit insgesamt rund 900 Menschen am Flughafen-Fernbahnhof angekommen. Weil die Stadt Dortmund wegen der hohen Zahl der eintreffenden Flüchtlinge überfordert ist, haben beide Städte vereinbart, diese Aufgabe im täglichen Wechsel zu übernehmen. Heute werden also weitere Züge in Düsseldorf erwartet. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Rund 130 Flüchtlinge erreichen Düsseldorf mit Zügen FOTO: Kai Jürgens

Welche Aufgaben hat Düsseldorf?

Düsseldorf springt im täglichen Wechsel mit Dortmund als zentrale Ankunftsstelle in NRW ein. Das bedeutet, dass die Züge mit Flüchtlingen am Düsseldorfer Flughafen ankommen und die Menschen dort mithilfe von Ehrenamtlern versorgt werden. Anschließend werden sie in die Kommunen weiterverteilt.

Wie hat das funktioniert?

Die Stadt sagt: Ohne Probleme, und das trifft es weitgehend. Die Zugfahrt von Ungarn über Salzburg dauerte allerdings drei Stunden länger als geplant. 15 Busse von der Rheinbahn, der Bundeswehr und privaten Anbietern brachten insgesamt 577 Menschen in elf Aufnahmeeinrichtungen nach Heinsberg, Herzogenrath, Köln (Wesseling und Chorweiler), Dormagen, Kerpen, Troisdorf, Gummersbach, Hennef, Düren und Weeze. Die übrigen 332 Männer, Frauen und Kinder - viele wurden von Freunden oder Verwandten abgeholt - nutzten andere Verkehrsmittel, fuhren etwa mit der Bahn oder in Privatfahrzeugen in die Erstaufnahmestellen.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Wurden die Flüchtlinge auch von Düsseldorfern begrüßt?

Nein. Das hatte wohl damit zu tun, dass es in den sozialen Netzwerken Irritationen über den Ankunft-Bahnhof gab. Anders als am Sonntag kamen die Züge nicht am Haupt-, sondern am Fernbahnhof am Flughafen an.

Warum am Fernbahnhof?

Das hat logistische Gründe. Erstens ist dort genügend Platz für die Einsatzfahrzeuge der Hilfsdienste (DRK, Malteser, Arbeiter Samariterbund und Johanniter), zweitens ist die zügige Abfahrt der Busse über die Autobahnen gewährleistet. Und: Anders als im Hauptbahnhof herrscht weniger Betrieb, gibt es für die völlig erschöpften Menschen ein wenig Privatsphäre.

Wie geht es jetzt weiter?

Wegen der aktuellen Krisensituation planen die Behörden nur kurzfristig. Die Düsseldorfer Amtshilfe für die Stadt Dortmund ist zunächst für diese Woche vereinbart.

Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge FOTO: AP/Lefteris Pitarakis

Wie kann ich helfen?

Für alle Menschen, die helfen möchten, hat die Stadt die Hotline 0211 899 0009 (mo bis fr, 8 bis 18 Uhr) und die E-Mail-Adresse fluechtlingsbeauftragte@duesseldorf.de geschaltet. Dort gibt es auch Infos über den Bedarf an Sach- und Kleiderspenden (werden nur sehr gezielt benötigt), sowie zu Lebensmitteln, die wegen des hohen logistischen Aufwands derzeit nicht gefragt sind.

Welche Fähigkeiten kann ich einbringen?

Dringend gebraucht werden Ärzte zur medizinischen Erstversorgung sowie Menschen, die Persisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi oder Albanisch übersetzen können. Zudem Helfer, die nachts die Ankommenden am Flughafenbahnhof mit betreuen möchten - in der Nacht zu gestern waren Ehrenamtler aus diversen Hilfsorganisationen und der Stadtverwaltung im Einsatz. Kontakt über die Hotline.

Weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe in Düsseldorf finden Sie hier.

Quelle: RP
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