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Düsseldorf
Doch Flüchtlings-Unterkunft in Kaserne

Flüchtlings-Unterkunft in Bergischer Kaserne in Düsseldorf
Die Stadt will auf dem Areal der Bergischen Kaserne bald Hallen für Flüchtlinge aufstellen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Das Land NRW will doch keine Flüchtlinge mehr auf dem Areal der Bergischen Kaserne unterbringen - nun will die Stadt dort Hallen für bis zu 400 Menschen schaffen. Teile der Militäranlage sind derweil unter Denkmalschutz gestellt worden. Von Arne Lieb

Seit langem zeichnete es sich ab, jetzt ist es offiziell: Das Land NRW stoppt seinen Plan, eine Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Areal der Bergischen Kaserne zu schaffen. Dies haben Innenministerium und Bezirksregierung entschieden. Es bestehe kein Bedarf mehr, da die Zahl der Flüchtlinge stark zurückgeht und deshalb genug Plätze in Landeseinrichtungen vorhanden seien, heißt es in einer Mitteilung.

Zugleich stellt das Land NRW das Areal der Stadt Düsseldorf zur Verfügung. Diese verkündete umgehend, dort bis zu 400 Flüchtlinge unterbringen zu wollen, mit "Planung und Umsetzung" wolle man im Juli beginnen. Die Stadt will Leichtbauhallen auf dem größtenteils leerstehenden Militärgelände am Stadtrand zu Mettmann errichten, so wie es auch das Land vorgesehen hatte. Die Wohngebäude wären laut eines Gutachtens des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) nur nach teurer Sanierung wieder zu nutzen.

Düsseldorf gehört zu den wenigen Kommunen im Land, die derzeit noch neue Flüchtlinge aufnehmen. Rund 170 Menschen pro Woche werden vom Land zugewiesen, rund 7000 Flüchtlinge befinden sich bereits in der Stadt. Grund ist, dass Düsseldorf bislang weniger Menschen aufgenommen hat, als die Stadt nach dem Verteilungsschlüssel zwischen den Kommunen müsste. Dieses Ungleichgewicht will das Land beheben.

Die Stadtverwaltung betont, dass die Unterkunft auf dem Kasernen-Areal nur vorübergehend bestehen soll. Bald sollen dort Wohnungen entstehen. Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte das Jahr 2020 als Startpunkt genannt. Das war auf einer Informations-Veranstaltung im Gerresheimer Gymnasium am Poth gewesen, auf der die Pläne für die Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne emotional diskutiert wurden - im Februar 2015. Seitdem hatte das Land den Termin immer wieder verschoben. Eine Bürgerinitiative "Bergisches Viertel" protestierte gegen das Vorhaben und sah den Stadtteil im Vergleich zu stark belastet. Denn im nahen Ludenberg gibt es ein weiteres Heim mit 160 Plätzen.

Teile der Kaserne werden trotz der Baupläne erhalten bleiben: Die Bezirksregierung hat gestern zugleich verkündet, dass der ab 1937 erbaute Teil entlang der Bergischen Landstraße/Ecke Knittkuhler Straße als Baudenkmal eingetragen wird. Es geht um rund ein Fünftel der Anlage, geschützt sind neben Gebäuden auch Wege und Freiflächen. Aus Sicht der Denkmalschützer ist die Anlage ein "bedeutendes Zeugnis deutscher Geschichte", da sie für die Aufrüstung vor dem Zweiten Weltkrieg steht. Die Zwischennutzung sei aber mit dem Denkmalschutz vereinbar, heißt es von der Bezirksregierung. In Gesprächen mit der Stadt habe man auch geklärt, dass sich die Planung für das Wohngebiet mit dem Denkmalschutz vereinen lasse.

Quelle: RP
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