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Düsseldorf-Süd
Flugblatt gegen Flüchtlingsunterkunft

Düsseldorf-Süd: Flugblatt gegen Flüchtlingsunterkunft
Die Bauarbeiten für die Container-Anlage an der Duderstädter Straße sind schon weit gediehen, hier sollen demnächst 160 Flüchtlinge einziehen. FOTO: Olaf Staschik
Düsseldorf-Süd. Mit Flugblättern macht eine Gruppe von Bürgern aus Itter und Himmelgeist Front gegen die Unterbringung von bis zu 500 Flüchtlingen an der Ickerswarder Straße/Ecke Münchner Straße. Seit der Bau beschlossen ist, regt sich bei Anwohnern mehr und mehr Widerstand gegen die geplante Unterkunft.  Von Maximilian Krone und Birgit Wanninger

Mit der Flugblatt-Aktion verdeutlichen sie nun ihren Standpunkt. Die Gruppe, die sich "interessierte Bürger aus Itter und Himmelgeist" nennt, befürchtet eine dauerhafte Nutzung des Geländes als Unterkunft und sieht den familiären Charakter von Himmelgeist, Itter und Wersten gefährdet. Von der Politik fordert die Gruppe in dem Flugblatt mehr Transparenz, eine Mitgestaltung durch die lokale Bürgerschaft und die Begrenzung auf maximal 250 Flüchtlinge und Familien, die an der Ickerswarder Straße untergebracht werden sollen.

Dabei verweist die Gruppe auf die Infoveranstaltung der Stadt zur geplanten Unterkunft am 21. April um 19 Uhr in der Aula der Theodor-Heuss-Schule an der Lützenkircher Straße 21. Konkret geht es um Planungen der Stadt auf dem Parkplatz zur Kleingartenanlage an der Ickerswarder Straße eine dreigeschossige Wohnmodulanlage zu errichten, für einige Anwohner überdimensioniert.

Flüchtlingsbeauftragte sagt Flexibilität zu

Im Gespräch mit der Rheinischen Post zeigte Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch Verständnis für diese Sorgen. Sollte sich herausstellen, dass die Unterkunft zu groß geraten sei, könne ein Wohnmodul wieder weggenommen werden, sagt sie. Ob dort aber tatsächlich bis zu 500 Flüchtlinge unterkommen, ist nicht sicher. Denn beim Bauvorhaben an der Ickerswarder Straße, genau wie an anderen Stellen im Stadtgebiet, handelt es sich um vorsorgliche Unterkünfte, damit Flüchtlinge beim nächsten großen Zustrom nicht erneut in Turnhallen untergebracht werden müssen und diese blockieren.

Insgesamt rechnet die Stadt aber damit, dass bis zu Jahresende elf- bis 14.000 Flüchtlinge in Düsseldorf leben werden - bislang sind es rund 6000.

Viele bieten sich als Helfer an

An ehrenamtlichen Helfern für die geplante Unterkunft dürfte es indes nicht mangeln. Allein bei einem Treffen für potenzielle Helfer der Werstener Don-Bosco-Stiftung sind mehr als 100 Interessierte gekommen.

Weniger umstritten ist die geplante Unterkunft an der Lützenkircher Straße. Dort sollen bald 160 Flüchtlinge vorerst ein neues Heim finden. Ebenso wie an der Itterstraße, an der in diesem Jahr eine Leichtbauhalle für 250 bis 300 Menschen errichtet werden soll. Dort lebten Flüchtlinge bis zum Winter in Zelten.

160 Plätz in Hellerhof

Eine der ersten Anlagen, die im Zuge des Flüchtlingszustroms in Düsseldorf errichtet wurde, soll laut Internetseite der Flüchtlingsbeauftragten voraussichtlich im April wieder geschlossen werden. Die Containeranlage an der Benrodestraße wurde im April vergangenen Jahres bezogen.

Inzwischen sind die Arbeiten für die Container-Anlage in Hellerhof an der Duderstädter Straße schon weit vorangeschritten. Dort sollen rund 160 Asylsuchende einziehen. Laut ursprünglicher Planung sollte Ende März die Unterkunft im Stadtbezirk 10 in Betrieb genommen werden. Inzwischen ist aber von einem Bezug im dritten Quartal, also ab Juli, die Rede. Dies bestätigte Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt, der selbst sehr verwundert über die Auskunft beim Flüchtlingsbüro war. Schließlich plant und koordiniert er die mit den freiwilligen Helfern. Fest steht, dass die Diakonie dort die Betreuung übernehmen soll.

Die zweite Unterkunft in Hellerhof, auf dem Gelände des Hellerhofer Sportvereins, überprüft momentan die Verwaltung.

Quelle: RP
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