| 13.52 Uhr

Flughafen Düsseldorf
Freitag droht Chaos vor Passagierkontrollen

Streik, Verspätung, Gepäck weg: Diese Rechte haben Sie als Flugpassagier
Streik, Verspätung, Gepäck weg: Diese Rechte haben Sie als Flugpassagier FOTO: Hans Blossey
Düsseldorf. Am Flughafen Düsseldorf werden lange Schlangen erwartet, weil laut Verdi 115 Kräfte an den Sicherheitsschleusen fehlen. Von Maximilian Plück

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien in NRW droht Urlaubern nicht nur ein Streik der Lufthansa-Flugbegleiter. Ein Personalengpass bei dem für die Passagierkontrolle zuständigen Sicherheitsunternehmen Kötter sorgt für zusätzlichen Ärger.

Die Essener Firma ist seit Januar im Auftrag der Bundespolizei nicht mehr nur für die Fluggastkontrolle in Düsseldorf, sondern auch am zweitgrößten NRW-Flughafen Köln/Bonn zuständig. Offenbar kann das Unternehmen aber in Spitzenzeiten nicht die von der Behörde geforderte Beschäftigtenzahl bereitstellen.

"Die Bundespolizei hat 490 Beschäftigte für den verkehrsreichen Freitag in Düsseldorf angefordert, nach unseren Informationen kann Kötter faktisch aber nur 375 Beschäftigte zur Verfügung stellen", sagt Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Verdi.

Das wären weit mehr, als die Bundespolizei nach eigenen Angaben ausgleichen könnte: "Schon wenn 60 bis 70 Beschäftigte am Tag fehlen, können wir das nicht auffangen", erklärte ein Sprecher der Bundespolizei-Direktion NRW. Ihm zufolge hat der Behördenleiter vor zwei Wochen ein "Kritikgespräch" mit Kötter geführt. "Die Firma hat uns dabei zugesagt, dass sie schnellstmöglich Abhilfe schaffen will - durch Neueinstellungen, die Qualifizierung vorhandener Arbeitskräfte und den Einsatz von Luftsicherheitskräften, die für gewöhnlich an anderen Standorten eingesetzt werden."

Allerdings sei jetzt schon abzusehen, dass sich die Situation trotz der zugesagten Maßnahmen nicht "völlig entschärfen" lasse. Die Bundespolizei selbst sei nicht in der Lage, die Löcher mit eigenen Beamten zu stopfen, da diese die benötigte Ausbildung gar nicht besäßen. "Und was wir historisch noch an eigenen Luftsicherheitskräften haben, wird selbstverständlich eingesetzt. Aber das sind nicht viele", so der Bundespolizei-Sprecher.

Die Firma Kötter teilte mit, dass sie alles daran setze, Wartezeiten und Beeinträchtigungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten. Das Unternehmen räumte den Personalengpass ein. Ursache dafür seien die Einführung neuer Kontrolltechniken - sprich: der Einsatz sogenannter Körperscanner - sowie das gestiegene Fluggastaufkommen. Ein Sprecher erklärte zudem, dass das durch die Bundespolizei prognostizierte Volumen der zu leistenden Kontrollstunden für 2015 im letzten halben Jahr bereits zweimal deutlich angehoben wurde.

Das Unternehmen erklärte den Personalmangel auch mit den gestiegenen Ausbildungsanforderungen: "Um die hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten, sind für die Rekrutierung und Ausbildung zusätzlicher Mitarbeiter mindestens vier Monate zu veranschlagen", heißt es in einer Mitteilung.

Allerdings hatte Verdi nach eigenen Angaben bereits Ende des vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass Kötter mit seiner Personalplanung die von der Bundespolizei geforderte Anzahl von Beschäftigten nicht werde bereitstellen können - genügend Zeit also zur Schulung. "Damals erhielten wir die Aussage, dass uns die Personalplanung nichts angehe", sagt Tarim. "Allerdings werden angesichts der aktuellen Probleme zwei Dinge deutlich: Wir hatten leider damals schon recht, und das Problem mit den fehlenden Kräften ist ein hausgemachtes."

Ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens sagte: "Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Prozesse reibungslos laufen." Der Flughafen habe deshalb die Bundespolizei dazu aufgefordert, die Sicherheitsschleusen mit ausreichend Kräften zu besetzen. Es sei seitens des Airports bereits vor längerer Zeit auf die Problematik mit den fehlenden Sicherheitskräften hingewiesen worden. Für Freitag werde nun versucht, bei langen Schlangen vor den Kontrollen die Fluggäste über andere Flugsteige umzuleiten.

Welche Rechte Sie als Passagier haben, erfahren Sie hier. 

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Flughafen Düsseldorf: Freitag droht Chaos an Sicherheitsschleusen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.