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Düsseldorf
Flughafen lockt Billigflieger

Düsseldorf: Flughafen lockt Billigflieger
FOTO: dpa, obe fdt
Düsseldorf. Ryanair und andere erhalten aber keine Sonderkonditionen. Bei der Ausweitung der Starts und Landungen hofft Flughafenchef Ludger Dohm auf einen Vollzug im Sommer 2016. Von Thorsten Breitkopf

Flughafenchef Ludger Dohm hat sich umfassend zu seinen Zielen für den Airport Düsseldorf geäußert. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Passagierzahlen Dieses Jahr wird der Flughafen voraussichtlich einen Passagierrekord erzielen. "Ich gehe davon aus, das wir erstmals die Marke von 22 Millionen Fluggästen knacken", sagte Dohm. Der Airport bereitet sich auf die Begrüßung des 22-millionsten Passagiers für Mitte Dezember vor. Im vergangenen Jahr war die Marke von 21 Millionen Menschen geknackt worden. Laut Dohm wuchs die Passagierzahl gegenüber 2014 um etwa drei Prozent.

Kapazitätserweiterung Der Flughafen hat bei der Landesregierung beantragt, die Zahl der Starts und Landungen in den so genannten Spitzenzeiten von jetzt 47 auf dann 60 zu erhöhen. Außerdem will er seine zweite Startbahn flexibler nutzen dürfen. In Folge des Angerlandvergleichs, einem Vertrag zwischen Flughafen und seinen Anrainergemeinden aus den 1960er Jahren, muss er bislang eine Woche im Voraus melden, welche Nutzung der zweiten Bahn geplant ist. "Wir hoffen, dass die Planfeststellung im Sommer 2016 zunächst durch ist", sagte Dohm. Dann aber erwartet er Klagen von Anrainern und Nachbargemeinden. Dohm äußerte die Hoffnung, eine Vorabgenehmigung zur Erhöhung der Starts und Landungen zu erhalten, da die Kapazitätserweiterung keine Baumaßnahmen erfordert, die nicht rückgängig gemacht werden könnten. Andernfalls ist eine endgültige Genehmigung laut Dohm erst 2017 oder 2018 zu erwarten. Sollte die Genehmigung später verworfen werden, könne man die Zahl der Flüge wieder reduzieren. Dohm betonte, wie bedeutsam die Erhöhung sei. "Die Zahl der Nachfragen nach Slots für Starts und Landungen übersteigt bei weitem das Angebot. In den Sommermonaten 2016 werden wir sehen, dass auch in den unbeliebteren Randzeiten keine Kapazitäten mehr frei sein werden", sagte Dohm. Einer eventuellen Verlängerung der Startbahn erteilte er eine Absage. Der größte Jet der Welt, der Airbus A 380, kann von Düsseldorf aus zwar die wichtige Strecke nach Dubai bedienen. Noch längere Flüge sind aber nicht möglich, da eine vollgetankte Maschine, etwa für einen Flug nach Australien, eine längere Bahn benötigen würde.

Billigflieger Laut dem Flughafenchef hat die irische Billigfluggesellschaft Ryanair einen Slot für Düsseldorf beantragt. Darüber entscheidet aber ein behördlicher Koordinator und nicht die Flughafenverwaltung. Ryanair fliegt bislang in NRW nur ab Weeze und Köln. "Wenn Ryanair bei uns zu Verhandlungen anklopft, werden wir sicher nicht die Tür verschließen", sagte Dohm. Konkrete Gespräche gebe es mit den Billigfliegern Vueling und Easyjet, kürzlich habe man auch mit Norwegian gesprochen. Dohm betonte, dass es auch für Billigflieger keine Sonderkonditionen in Düsseldorf geben werde. "Wir öffnen uns dem Low-Cost-Segment, werden aber kein Billigairport oder kaufen Verkehre ein", so Dohm. Der Verein Bürger gegen Fluglärm hatte die Aufnahme von Billigairlines kritisiert.

Gepäckanlage Im Sommer hatte der Flughafen Düsseldorf im laufenden Betrieb eine neue Gepäckanlage gebaut. Diese war mit großem Öffentlichkeitsaufwand präsentiert worden, fiel aber dann nach dem Start mehrere Male aus. Tausende Passagiere mussten am Zielort oft viele Tage auf ihr Gepäck warten. "Ich bin sicher, dass die Anlage in den Sommermonaten 2016, wenn es ein sehr hohes Passagieraufkommen gibt, besser läuft als dieses Jahr", sagte Flughafenchef Dohm. Er lasse sich seit den Ausfällen einen täglichen Statusbericht über den Betrieb der Gepäckanlage geben. "Und seit Wochen steht da immer drauf ,keine Vorkommnisse'", sagt Dohm.

Personenkontrollen Wegen Personalmangels kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei den Sicherheitskontrollen. Die liegen nicht im Zuständigkeitsbereich des Airports, sondern der Bundespolizei, die damit die Dienstleistungsfirma Kötter beauftragt hat. "Wir sind in Gesprächen, und es sieht danach aus, dass spätestens im Sommer mehr Personal eingesetzt wird."

Quelle: RP
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