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Düsseldorf
Flughafen schüttet 27 Millionen an Stadt aus

Düsseldorf. Weitere 20 Millionen erhält die Stadt vom Airport durch Pacht und Gewerbesteuerzahlungen. Von Thorsten Breitkopf

Der Flughafen Düsseldorf hat 2015 deutlich mehr verdient als erwartet. Laut gestern veröffentlichtem Geschäftsbericht lag der Konzerngewinn bei 53,7 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch elf Millionen weniger. Die Hälfte des Gewinns erhält nun die Stadtkasse, hinzu kommen zehn Millionen Euro aus der Pacht für das Flughafengelände und weitere zehn Millionen an Gewerbesteuer. Die andere Hälfte erhalten die privaten Miteigentümer, darunter ein Pensionsfonds für kanadische Soldaten.

Wachsen konnte der Airport vor allem in dem Geschäft, das mit dem Fliegen gar nichts zu tun hat, dem Non-Aviation-Bereich mit den Erträgen aus der Vermietung der 80 Geschäfte und 40 Restaurants im Terminal. Die Erlöse daraus stiegen um 15 Millionen oder neun Prozent auf 174 Millionen Euro. Damit bestätigt der Airport Kritiker, die sagen, der Flughafen sei "ein Shoppingcenter mit Landebahn". Die Erlöse aus dem Geschäft mit den Fliegern, etwa Landegebühren, Frachtentgelte und Dienstleistungen (genannt Aviation) stiegen um 3,3 Prozent auf 275 Millionen Euro und damit deutlich langsamer. Der Flughafen hat 2015 mit 22,5 Millionen Passagieren das sechste Mal in Folge einen Rekord gefeiert. Trotzdem bleibt Düsseldorf laut Geschäftsbericht hinter dem Wachstum anderer deutscher Flughäfen zurück. Das nahm das Management zum Anlass, auf die Bedeutung der neuen Betriebsgenehmigung mit mehr Start und Landungen hinzuweisen.

Sorgenkind bleibt die Bodenabfertigungstochter FDGHG. Seitdem am Flughafen eine private Konkurrenzfirma tätig ist, sank ihr Marktanteil von 85 auf 13 Prozent. Die FDGHG verursachte einen Verlust von zehn Millionen Euro, im Vorjahr waren es sogar 15 Millionen. Und durch einen weiteren Konkurrenten, der bald kommt, wird die Lage für die Gesellschaft noch schwieriger - ein Sanierungsfall. Größte Herausforderung ist laut Lagebericht der hohe Krankenstand ("kurzfristig auf bis zu 30 Prozent gestiegen"). Wörtlich heißt es dort: "ursächlich hierfür sind einerseits das Durchschnittsalter der Beschäftigten von 52 Jahren und andererseits knapp 20 Prozent der Mitarbeiter mit einem ausgewiesenen und gemeldeten Schwerbehinderten-Grad. Dies führt zu Beeinträchtigungen der operativen Leistungsfähigkeit der Gesellschaft."

Der Bericht weist auch die Bezüge des Managements aus. So verdienten die Geschäftsführer Ludger Dohm und Thomas Schnalke zusammen 754.872 Euro. Der Bericht sagt nichts darüber, wer von ihnen wie viel erhält. Außerdem dürfte der Jahreswert höher liegen, da Dohm seinen Job erst im März 2015 angetreten hat. Alle Aufsichtsräte zusammen, darunter auch Politiker, erhielten 62.500 Euro.

Quelle: RP
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