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Düsseldorf
Flughafen stockt Gepäckpersonal in Ferien auf

Düsseldorf. Eine schnelle Eingreiftruppe soll bei Gepäckproblemen flexibel helfen. In den Ferien werden knapp 3,7 Millionen Passagiere erwartet. Von Thorsten Breitkopf

Mit den gestern gestarteten Sommerferien hat die Hauptreisezeit in Nordrhein-Westfalen angefangen. Das bedeutet Hochkonjunktur und viel Andrang an NRWs größtem Airport in Düsseldorf. Mit rund 700 von den Airlines gemeldeten Flugbewegungen war der letzte Schultag gestern der verkehrsreichste Tag in der Feriensaison. Die meisten Passagiere werden am 29. Juli und am 5. August erwartet. An diesen beiden Freitagen rechnet der Airport jeweils mit rund 85.000 Fluggästen. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt zählt der Airport am Tag etwa 580 Flugbewegungen und rund 60.000 Passagiere.

Knapp 3,7 Millionen Fluggäste werden für den gesamten Ferienzeitraum erwartet, das wären rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die zu erwartenden Flugbewegungen liegen mit rund 29.900 im Vergleich zu den Sommerferien 2015 bei etwa fünf Prozent im Plus.

Besonders in den verkehrsstarken Zeiten war es in Düsseldorf häufig zu Problemen mit den Gepäckstücken gekommen. Der Sommer 2016 wird zeigen, ob nun eine Besserung eintritt. Denn es gibt einen neuen Wettbewerber. Bislang gab es mit der Flughafentochter FDGHG und der privaten Firma Aviapartner nur zwei Unternehmen, die für Airlines Gepäckdienstleistungen übernahmen. Kürzlich kam mit dem ebenfalls privaten Anbieter Acciona ein Dritter hinzu. Darauf hatte vor allem der Flughafen gedrängt, um durch mehr Wettbewerb die offensichtlichen Probleme zu beseitigen. Nach Informationen unserer Redaktion hat Aviapartner, noch größter Anbieter für solche Services, sein Personal für die Gepäckabfertigung in den Ferien um zehn Prozent auf geschätzte 880 Personen erhöht. Von Acciona ist noch nicht bekannt, wie viel Personal zusätzlich eingesetzt wird. Bislang bedient die neue Gesellschaft aber auch nur wenige Airlines, darunter Tuifly, Tailwind und bald Singapore Airlines.

Laut Flughafensprecher Christian Hinkel läuft die neue Gepäcksortieranlage für ausgehende Koffer inzwischen reibungslos. Sie war erst im Sommer vergangenen Jahres in Betrieb genommen worden und hatte einige Kinderkrankheiten. Der Flughafen hatte 70 Millionen Euro in den Ausbau investiert. Am Flugsteig C läuft noch die alte Anlage. Die Neue kann 6000 Gepäckstücke pro Stunde verarbeiten. Im Idealfall ist der Koffer in drei Minuten von der Gepäckaufgabe an der Rampe des Rollfeldes. 45.000 Koffer pro Tag sind möglich. Um Spitzen zu überbrücken, gibt es einen Speicher für 1500 Reiseutensilien.

Dennoch will der Flughafen Verzögerungen in der Hauptreisezeit nicht ausschließen. Um Ärger der Passagiere zu mildern, wurde nun aber erstmals eine neue Maßnahme eingeleitet. "Wir haben für die Sommerferien eine Art Eingreiftruppe zusammengestellt. Etwa zwei Dutzend Mitarbeiter greifen da ein, wo es hakt, das kann beim ausgehenden Gepäck sein oder an den Kofferbändern, an denen Passagiere in Düsseldorf nach ihrer Reise warten", sagt Flughafensprecher Christian Hinkel.

Auch bei der für Düsseldorf größten Fluggesellschaft Airberlin arbeitet man auf Hochtouren. 42.000 Passagiere werden allein an diesem Wochenende befördert. An einem Airbus A 330, der gestern die neue Non-Stop-Verbindung nach San Francisco flog, wurde demonstriert, wie aufwendig die Arbeiten hinter den Kulissen sind. "68 Tonnen Kerosin müssen binnen weniger als zwei Stunden in den Flieger", sagt Ramp Agent Dennis Sindermann von Airberlin. Die Beladung mit Gepäck dauert dagegen dank eines ausgeklügelten Containersystems weniger als 20 Minuten. "Der Einstieg der Passagiere nimmt 40 Minuten in Anspruch", sagt der Airberlin-Mitarbeiter.

Ein Engpass für Reisende auf dem Weg in den Urlaub ist die Sicherheitskontrolle. Im Abflugbereich werden größtenteils Körperscanner eingesetzt, die das Verfahren beschleunigen. Trotzdem sollten Urlauber in den nächsten Tagen mehr Zeit als sonst einplanen. Auch weil in den Ferien viele Menschen unterwegs sind, die sonst selten fliegen, gebe es Verzögerungen.

Jörg Bittner von der Bundespolizei, die für die Personenkontrolle zuständig ist, rät dazu, so wenig Handgepäck wie möglich mit an Bord zu nehmen, um die Kontrolle zu beschleunigen. Auch die von der Bundespolizei beauftragen Firmen für die Kontrollen hätten die Personaldecke verstärkt. Wie stark wollte Bittner nicht sagen.

Quelle: RP
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