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Düsseldorf
Fortuna-Fans blicken in das Grauen von Auschwitz

Düsseldorf: Fortuna-Fans blicken in das Grauen von Auschwitz
Fortuna-Fans am Eingang des sogenannten Stammlagers Auschwitz I: Der Besuch der Gedenkstätte wirkt bei vielen lange nach. FOTO: David Young
Düsseldorf. Es ist nicht gerade ein typisches Ausflugsziel für Fußballfans an einem spielfreien Wochenende. Doch als das Fanprojekt zusammen mit Fortuna Düsseldorf im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus eine Reise nach Auschwitz anbot, waren die Plätze sehr schnell ausgebucht.

Mit 43 Teilnehmern starteten zwei Sozialarbeiter vergangene Woche ihre Reise - und kehrten jetzt tief beeindruckt zurück.

Auschwitz: Bilder vom Ort des Verbrechens FOTO: RP/Sebastian Fuhrmann

Für viele sei es der erste Besuch in der Gedenkstätte gewesen, sagt Tonja Hetkamp. "Auschwitz ist anders als andere Gedenkstätten. Es ist das Synonym für den Massenmord der Nationalsozialisten. Und es zu sehen, ist sehr bewegend." Die Gruppe, zu der Schüler und Rentner, Studenten und Lehrer, und auch Mitglieder der beiden Ultra-Gruppierungen der Düsseldorfer Fußball-Fanszene gehörten, hätte sich vorbildlich verhalten.

Und nicht nur das: Einige der Düsseldorfer Jugendlichen versuchten empört, eine andere Gruppe davon abzuhalten, Selfies vor dem berüchtigten Tor des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu machen. Die schiere Größe des Todeslagers, die präzise Mordmaschinerie, die die Ausstellung im Stammlager dokumentiert und natürlich die berühmte Rampe, an der SS-Leute über Leben und Tod entschieden - diese Orte zu sehen, ermöglichen eine Ahnung von dem Grauen, das sich dort abspielte.

Das Fanprojekt überlegt bereits, das Angebot in einem Zwei-Jahres-Zeitraum zu wiederholen. Für die Gruppe gibt es schon morgen ein Wiedersehen, wenn um 19 Uhr im Haus der Jugend die Geschichte ihrer Fortuna während der NS-Zeit Thema ist. Die Autoren Michael Bolten und Stephan Vogel stellen die Ergebnisse ihrer Recherchen vor.

(sg)
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