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Düsseldorf
Fotograf gewinnt Rechtsstreit um Bild von Hanna Schygulla

Düsseldorf. Fast 38 Jahre nach einem Porträt-Foto von der Schauspielerin Hanna Schygulla hat der Münchener Fotograf Christian von Alvensleben seine Rechte an der Aufnahme jetzt durchgesetzt. Das Landgericht untersagte der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation gestern, das berühmte Foto zu verwenden oder öffentlich zugänglich zu machen oder ins Internet zu stellen. Damit hat die Kammer den Urheber-Ansprüchen des Fotografen in vollem Umfang entsprochen. Zudem kann der Bildkünstler Schadensersatz einfordern. Der Streitwert lag bisher bei 30.000 Euro, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Zusammenhang mit dem Fassbinder-Film "Die Ehe der Maria Braun" war das Foto 1978 entstanden. Die Nahaufnahme zeigt die Schauspielerin vor dunklem Hintergrund mit Hütchen-Schleier und gilt als markantestes Porträt von Hanna Schygulla, war zugleich als Filmwerbung eingesetzt worden. Die Fassbinder-Foundation hat die Aufnahme dann jahrelang verwendet, auch auf der Internetseite der Stiftung. Dagegen hatte der Fotograf nun geklagt und gewann den Urheber-Streit in allen Punkten. Er gab an, die Aufnahme sei nicht aus dem Film herauskopiert worden, sondern in einer Foto-Session mit Hanna Schygulla entstanden.

Die Nachkriegs-Geschichte eines heimkehrenden Soldaten (Klaus Löwitsch) und seiner Gattin (Schygulla) war damals ein Kassenschlager, lief auch 57 Wochen in US-Kinos, wurde 1979 bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Die Stiftung hatte sich bei der Verwendung der Aufnahme darauf berufen, man habe 1998 von einer Produktions-Firma, die auch eine Filiale in Flingern unterhält, die Rechte an dem Foto erworben. Da zudem unklar blieb, wer jetzt das Original besitzt, hatte die Stiftungs-Anwältin gefolgert: "Wer als Fotograf Originale aus der Hand gibt, stimmt zu, dass ein anderer seine Bilder benutzt!" Das sah die 12. Zivilkammer aber anders und untersagte der Fassbinder-Foundation jede weitere Verwendung.

Für die nicht genehmigte Verbreitung des Fotos kann der Fotograf grundsätzlich auch Schadenersatz fordern. Über die Höhe kann aber erst entschieden werden, wenn die Stiftung offen legt, wo und wie oft sie das Foto verwendet hat.

(wuk)
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