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Düsseldorf
Fotograf streitet mit Stiftung um Rechte an Schygulla-Bild

Düsseldorf. 37 Jahre nach einem Porträtfoto von Schauspielerin Hanna Schygulla muss das Landgericht über die Aufnahme entscheiden. Per Klage pocht der Münchener Fotograf Christian von Alvensleben auf sein Urheberrecht an dem Foto, das 1978 zur Werbung für den Rainer-Werner-Fassbinder-Film "Die Ehe der Maria Braun" entstanden sei. Bis heute verwendet die Fassbinder-Foundation das Bild im Internet. Das will der Fotograf verbieten lassen, fordert Schadensersatz. Der Streitwert liegt bei 30.000 Euro.

Die Nachkriegs-Geschichte um einen heimkehrenden Soldaten (Klaus Löwitsch) und dessen Gattin (Schygulla) war einst ein Kassenschlager, lief 57 Wochen in den Kinos der USA , bei der Berlinale 1979 wurde er mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Berühmt wurde auch das Foto, das Hanna Schygulla in Nahaufnahme vor dunklem Hintergrund und mit Hütchen-Schleier zeigt. Der Fotograf ließ gestern vortragen, die Fassbinder-Foundation sei nicht berechtigt, die Aufnahme im Internet an prominenter Stelle zu verwenden. Die Stiftungs-Anwältin konterte: Von der Produktions-Firma, die in Flingern eine Filiale unterhält, habe die Foundation 1998 das Foto samt Verwertungsrechten erworben. Strittig ist sogar, wer das Original besitzt. Die Stiftungs-Anwältin schloss daraus: "Wer als Fotograf Originale aus der Hand gibt, stimmt zu, dass ein anderer seine Bilder benutzt." Die Kläger-Anwältin geht davon aus, dass Schygulla-Fotos im Auftrag der Produzenten nicht aus dem Film herauskopiert, sondern eigens für die Reklame angefertigt wurden. Das Gericht will am 7. September eine Entscheidung verkünden.

(wuk)
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