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Polizist über Frank S.
Reker-Attentäter hätte gerne Angela Merkel getötet

Frank S.: Reker-Attentäter hätte gerne Angela Merkel getötet
Der Angeklagte Frank S. suchte an einem der vergangenen Prozesstage per Aushang einen neuen "rechten" Verteidiger. FOTO: dpa, mg
Düsseldorf. Reker-Attentäter Frank S. hätte am liebsten Angela Merkel getötet. Das sagte der Messerstecher nach Darstellung eines Polizisten unmittelbar nach der Tat aus.  Da die Kanzlerin zu stark bewacht werde, habe er die Kölner OB-Kandidatin umbringen wollen.   Von Detlev Hüwel

Am sechsten Prozesstag im Düsseldorfer Hochsicherheitstrakt sagten die drei Polizisten als Zeugen aus, die Fran S. nach der Messerattacke auf die parteilose OB-Kandidatin Henriette Reker mit dem Streifenwagen ins Kölner Polizeigefängnis gebracht haben. Alle drei erinnern sich, dass S. während der Fahrt ruhig und gelassen gewesen sei und mehrfach  betont habe, dass er Reker habe töten wollen. Als Grund gab er an, dass die Politikerin als damalige Sozialdezernentin mittverantwortlich dafür sei, dass die Flüchtlinge gegenüber der deutschen Bevölkerung bevorzugt würden. Deswegen habe er einschreiten müssen, auch wenn seine Tat erst in fünf oder zehn Jahren verstanden würde. Er habe verhindern müssen, dass sich der Islam in Deutschland immer weiter ausbreite und hierzulande eines Tages die Scharia, das islamische Rechtssystem, gelte.

"Schwer heranzukommen"

Ein Polizist, der den Streifenwagen lenkte, sagte, er erinnere sich noch sehr genau daran, dass Frank S. in diesem Zusammenhang gesagt habe, er würde wegen der Flüchtlingspolitik am liebsten Angela Merkel töten;  doch an die Kanzlerin  sei "schwer heranzukommen". Frank S. quittierte dessen Aussage mit der Bemerkung "verlogener Schweinehund", woraufhin ihn die Vorsitzende Richterin, Barbara Havliza, energisch zur Ordnung rief. Die beiden anderen Beamten konnten sich  allerdings nicht an die Merkel-Äußerung erinnern. Der Angeklagte bestritt, dies so gesagt zu haben. Er bezweifelte zudem die Aussagen der drei Polizisten über seine angeblichen Bemerkungen zu Reker  und äußerte den Verdacht, dass sich die Beamten vor Prozessbeginn abgesprochen hätten. Frank S. hat stets beteuert, er habe Reker nicht töten, sondern mit seinem Messerangriff auf sie lediglich ein "Zeichen setzen" wollen.  Wenn er sie hätte töten wollen, hätte er bloß erneut auf die am Boden liegende Frau einstechen müssen, hat er vor Gericht ausgesagt.

"Hetzkampagne"

Zu Beginn der Verhandlung hatte Frank S. die Abberufung seiner beiden Pflichtverteidiger beantragt,  weil er zu ihnen kein Vertrauen mehr habe. Sie kümmerten sich zu wenig um ihn, starteten gegen ihn eine "Hetzkampagne" und kooperierten ohne sein Einverständnis mit der Presse. Außerdem sei er  von einem Anwalt fälschlicherweise als Spitzel des Verfassungsschutzes bezeichnet worden. Hinzu komme, dass dieser Anwalt Alkoholiker sei: "Ich habe im Gerichtssaal seine Alkoholfahne gerochen."    Richterin Barbara Havliza, wies das Ansinnen von Frank S. als unbegründet zurück. Vorausgegangen war ein zum Teil heftiges Wortgefecht mit dem Angeklagten. "Halten Sie den Mund.", rief sie dem Mann mehrfach zu. Als der Angeklagte sie anfuhr: "Ich weiß nicht, warum sie mich anmotzen", entgegnete die Richterin: "Seien Sie froh, dass Sie noch nicht erlebt haben, wenn ich motze."

 

(hüw)
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