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Kolumne Auf Ein Wort
Franziskus bewegt Herzen

Düsseldorf. Gerade war der 4. Oktober. Der Tag des Hl. Franziskus. Franz von Assisi, unter den Heiligen ein Leuchtturm sondergleichen. Ohne diesem Franziskus irgendetwas nehmen zu wollen, muss ich aber unweigerlich an einen anderen Franziskus denken, von dem heute mehr die Rede ist. Den Papst.

Längst ist ja dieser Papst ein Leuchtzeichen für alle Christen in der Welt: nicht nur die Katholiken, auch die Protestanten (aller Art) äußern sich häufig sehr positiv über ihn und die Zeichen, die er setzt. Sicher empfinden auch sehr viele orthodoxe Christen so. Alle Christen?

Da fällt mir der heikle Empfang bei seiner jüngsten Reise nach Georgien und Aserbaidschan ein. Vorbehalte, ganz klar.

Der Papst stärkt keine Eigeninteressen und nationale Eigenheiten. Er redet aus dem Geist des Evangeliums. Immer und unverblümt. Wie damals der hl. Franziskus. Auch andere haben Vorbehalte gegen ihn. Gewisse Kreise der katholischen Szene. Leute, denen sehr an der 'Form' liegt. Das Evangelium - nicht so wichtig, wichtiger, dass die 'Form' stimmt. Auch nicht so gefährlich.

Ja, das Evangelium Jesu Christi ist gefährlich. Manchmal eindeutig unbequem. Umkehr - wie unangenehm ist das denn!

Und dann einer, der den Namen Franziskus annimmt - das hat ja nicht zufällig noch nie ein Papst gemacht. - Und dann oft an der Grenze der Peinlichkeit vom Evangelium redet, über alle Grenzen, die Menschen gern hätten, hinweg sieht. Wenig Diplomatie, deren Kunst es ja ist, die wirklich wichtige Realität nicht anzusprechen. Dabei fröhlich, frei und gelassen.

Viele ahnen, auf welchem Drahtseil dieser Papst balanciert, innerkatholisch, innerchristlich und auch immer politisch. Er bewegt Herzen, seltener Machtverhältnisse. Er rührt an, rüttelt auf, er verunsichert. Er betet und lobt Gott, den wahren "Herrscher dieser Welt". Aber den muss man erstmal in den Blick kriegen, wo sich die anderen 'Herrscher' so breit machen ...

Quelle: RP
 
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