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Düsseldorf
Frau in Koma, Installateur vor Gericht

Düsseldorf. Gericht verhandelt gegen Gas-Installateur wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Erst durch den Tod und die anschließende Untersuchung ihrer Katze erfuhr eine Mieterin (47) in Unterbilk, warum sie Anfang 2007 wochenlang unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Zusammenbrüchen litt. Denn das Tier war damals einer Kohlenmonoxid-Vergiftung erlegen, angeblich verursacht durch eine fehlerhaft gewartete Gastherme in der Wohnung der Frau. Ab heute (9.15 Uhr, Saal 1.109) verhandelt das Amtsgericht gegen einen Gas-Installateur wegen fahrlässiger Körperverletzung. Er soll laut Anklage den Gas-Umlauf-Wasserheizer damals gewartet und schwere Fehler begangen haben.

Mehr als vier Wochen soll die Mieterin mit ihrer Katze einer Kohlenmonoxid-Dosis ausgesetzt gewesen sein, die zehnfach über dem erlaubten Grenzwert lag. Schon bei 1000 Einheiten hätte das Gas-Gerät laut Anklage stillgelegt werden müssen, eine Nachmessung ergab im März 2007 einen Wert von 10.900. Die Schuld sieht die Staatsanwaltschaft bei dem Gas-Installateur, der im Januar 2007 das Gerät gewartet, Teile ausgetauscht, aber eine Verschmutzung des Lamellenblocks nicht behoben und eine Abgasmessung unterlassen habe.

Die Folgen für die Mieterin waren dramatisch. Im Februar 2007 hatten Polizisten die Frau mit einer schweren Gas-Vergiftung bewusstlos in ihrer Wohnung gefunden, daneben ihre tote Katze. Die Frau fiel in ein längeres Koma, behielt einen Hirnschaden zurück, der Lähmungen an Armen und Beinen, Schluckbeschwerden und Inkontinenz bewirkte. In ihrer Zivilklage war die 47-Jährige gegen den jetzt angeklagten Installateur vorgegangen, aber auch gegen die Hauseigentümer sowie einen Schornsteinfeger. Er soll womöglich den falschen Kamin gesäubert haben, so dass das geruchlose, aber hochgiftige Gas aus der Wohnung der Frau nicht ordnungsgemäß abziehen konnte.

(wuk)
 
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