| 18.31 Uhr

Düsseldorf
Frau wird vor Gericht ausfallend

Düsseldorf. Keifend und tobend hat sich eine 41-jährige Frau am Dienstag vor dem Amtsgericht wegen ungebührlichen Verhaltens nicht nur 350 Euro Ordnungsgeld eingehandelt. Sie wurde auch zu 1500 Euro Strafe verurteilt, weil sie sich bei einem Streit mit ihrem Freund in Oberkassel gegen Polizisten mit Tritten und Schlägen gewehrt hatte.

Und nach Überzeugung des Richters hatte sie versucht, einen Polizisten in die Genitalien zu kneifen. Es war der zweite Prozess innerhalb von vier Monaten, bei dem die Frau durch Ausraster aufgefallen ist.

Sie kann nicht verwinden, dass ihr Ex-Partner sie verlassen hat. Als sie 2015 noch erfuhr, dass sie aus einer seiner Wohnungen ausziehen muss, war sie per Auto nach Oberkassel gefahren, hatte die dort geparkte Aston-Martin-Limousine des Ex-Freundes mehrfach gerammt und beschädigt. Dafür wurde sie Ende 2015 zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt, hatte aber schon diesen Prozess durch hysterische Auftritte vielfach gestört, Richter und Staatsanwalt beleidigt.

Klar warnte der Richter am Dienstag die Frau, vor voll besetztem Gerichtssaal wieder unflätig, beleidigend oder störend aufzutreten. Doch sie ignorierte das, sprach dauernd dazwischen. "Sie versuchen alle, mich fertig zu machen", sagte sie. So wurde ihr nach wenigen Minuten ein Ordnungsgeld von 150 Euro auferlegt. Prompt fuhr sie den Richter schnaubend an: "Das Leben ist nicht nur Geld! Sie sind alt genug, haben weiße Haare!"

Die neuen Vorwürfe wegen Widerstands gegen die Beamten und Körperverletzung stritt sie heftig und aggressiv ab, fiel Richter und Staatsanwalt wieder so hartnäckig ins Wort, dass das zweite Ordnungsgeld schon bei 200 Euro lag. Da sie nach eigenen Angaben kein Geld hat, wird sie dafür ersatzweise wohl sieben Tage in Ordnungshaft sitzen müssen. Den gekniffenen Polizisten bezichtigte sie gar der Falschaussage. Sein Bluterguss in der Leiste "den hat doch Ihre Freundin gemacht". Sie wurde verurteilt zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen. Ersatzweise sind 150 Tage im Gefängnis denkbar.

(wuk)
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