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Düsseldorf
Frau zapfte Konto ihrer 94-jährigen Großtante an

Düsseldorf. Weil sie das Konto ihrer 1921 geborenen Großtante heimlich angezapft hat, um ihrer kleinen Tochter mal Spielsachen und Kleintierzubehör zu bestellen, musste eine 38-Jährige gestern vors Amtsgericht. Im Untreue-Prozess, bei dem es um einen Schaden von 612 Euro ging, gestand die Angeklagte unter Tränen sämtliche Vorwürfe.

Demnach besaß sie von 2010 bis Mitte 2014 eine Generalvollmacht für das gesamte Vermögen ihrer Großtante, die 2013 in einem Pflegeheim untergebracht werden musste. Die Rente der alten Dame deckte bei weitem nicht die Heimkosten von mehr als 2100 Euro monatlich, die Vermögenssituation der Seniorin galt daher als grundsätzlich schwierig. Obwohl die Angeklagte das wusste, hatte sie zehn Bestellungen von Spielzeug, Zoo-Artikeln und Kinderschuhen für ihre Tochter über das Konto der Seniorin abgerechnet. Das fiel erst auf, als die gesetzliche Betreuung der Dame 2014 von einer professionellen Gesellschaft übernommen wurde. Zusätzlich soll es die Angeklagte unterlassen haben, ab der Heimunterbringung der 94-Jährigen die monatlichen Heimkosten aus dem Vermögen der Großtante zu begleichen, wodurch zusätzliche Forderungen von rund 18.000 Euro entstanden sein sollen.

Da die Angeklagte aber bisher völlig unbescholten war, weil sie zudem gestern ein Geständnis ablegte und jetzt auch keinerlei Zugriff mehr auf das fremde Konto hat, verhängte die Richterin lediglich eine Geldstrafe von 800 Euro gegen die 38-Jährige. Damit entsprach das Urteil dem Antrag des Staatsanwalts.

(wuk)
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