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Düsseldorf
Frauenpower bei der St. Hubertus Schützenbruderschaft

Düsseldorf: Frauenpower bei der St. Hubertus Schützenbruderschaft
Antonia Keller und Sarah Schmidt (v.l.) sind Unterraths erste Altschützinnen. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Dass das Unterbacher Schützenfest schon seit vergangenem Freitag in vollem Gange ist, merkt man Elmo Keller kaum an. Trotz des frühen Aufstehens und der langen Feier am Vortag, wirkt der Erste Vorsitzende der St. Hubertus Schützenbruderschaft am Sonntagmorgen ausgeruht und voller Tatendrang.

"Wenig Schlaf während der Festtage gehört dazu. Das Schützen-Wecken hat bei uns Tradition - und das Pflegen von Traditionen ist uns wichtig", sagt er.

Neuerungen gegenüber ist die St. Hubertus Bruderschaft trotzdem nicht abgeneigt. Erst kürzlich wurde auf der Hauptversammlung des Schützenvereins ein veralteter Punkt in der Satzung gekippt. So können in Unterbach jetzt auch Frauen den Altschützen beitreten. Zuvor hatten weibliche Mitglieder nur bei den Jungschützen mitwirken dürfen - der 24. Geburtstag bedeutete damit für sie das Ende der aktiven Schützenzeit.

"Man muss auch mit der Zeit gehen", sagt Elmo Keller. Auch seine eigene Tochter profitiert von der neuen Regelung. Antonia Keller ist bereits seit zwölf Jahren leidenschaftliche Schützin im Unterbacher Verein. Ihr großer Wunsch vor dem Übertritt zu den Altschützen: Einmal Prinzessin der Jüngeren zu werden. "In den vergangenen acht Jahren war es wie verhext", erklärt die 23-Jährige. "Ich habe zwar den Vogel getroffen, aber runtergekommen ist er bei mir nie."

Mit fehlendem Talent habe das nichts zu tun, erklärt ihre Freundin Sarah Schmidt. Wer Prinzessin werde, sei im Grunde Glückssache. Sarah war eine der Ersten, die den Antrag stellten, in die Reihe der Altschützen aufgenommen zu werden. Seit acht Jahren mit dabei, ist der Verein für sie zu einem zweiten Zuhause geworden. "Es wurde Zeit, dass die Satzung geändert wird", sagt die ausgebildete Krankenschwester selbstbewusst. Immerhin seien weibliche Mitglieder bei den Jungschützen in der Mehrheit. Zwar wäre sie der St. Hubertus Schützenbruderschaft in jedem Fall treu geblieben, "aber es hätte doch weh getan, meine Uniform abgeben zu müssen."

(hgw)
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